Steinobst

Marille und Pfirsich können nur in warmen Lagen und mildem Klima gedeihen. Sie brauchen einen warmen, sonnigen Standort (z. B. vor Haussüdseiten). Die frühe Blüte dieser Arten läuft sonst Gefahr, durch Spätfröste geschädigt zu werden. Der Rest der Steinobst-Gruppe z. B. Zwetschken, Pflaumen, Ringlotten und Mirabellen sind, was das Klima betrifft, weniger empfindlich. An sonnigen, hellen Plätzen und bei guter Bewässerung gedeihen sie ohne Probleme. Kirschen und Weichseln hingegen lieben warme und eher trockene Böden, nasse Böden behagen ihnen nicht.

Krankheiten und Schädlinge an Stamm, Trieben und Ästen:


Marillensterben
(Schlagtreffen, Apoplexie):

Auftreten: Mögliche Ursachen können Kälteschäden, ungünstiger Standort, Düngungsfehler, Rindenwicklerbefall oder infektion durch Monilia bzw. Schrotschußkrankheit sein.

Schadbild:Schlagartiges Welken und Verdörren einzelner Zweige oder der gesamten Krone der Marille, infolge einer Verstopfung der Saftleitbahnen mit Gummiharz.

Vorbeugend. Optimale Kultur- und Pflegemaßnahmen. Bei Befall keine Bekämpfung möglich.

Gummifluß:

Auftreten:Auslösende Ursachen können zu hohe Bodenfeuchtigkeit, Düngungsfehler, unsachgemäßer Baumschnitt, starker Schädlings- oder Pilzbefall und dgl. sein.

Schadbild: Partieller Austritt einer gummiartigen Substanz aus Stamm und Ästen.

Behandlung:Je nach auslösender Ursache.

 Zwetschken- oder Napfschilldlaus:

Auftreten:Vornehmlich an Zwetschke, Pflaume, Weinrebe, aber auch an anderen Gehölzen, insbesondere an Wandspalieren.

Schadbild: Schild gleicht einem halbierten Pfefferkorn, darunter ein weißer Fleck, starke Honigtaubildung mit Rußtauanflug.

Bekämpfung:Austriebsspritzung mit AUSTRI EBSSPRITZMITTEL 7 E "Kwizda" an Blättern.

Krankheiten und Schädlige an Blättern:
Kräuselkrankheit
des Pfirsichs:

Auftreten: Der Pilz überwintert unter den Knospenschuppen, von wo die jungen Blätter und Triebe befallen werden. Nasses und kaltes Wetter begünstigt die rasche Ausbreitung des Pilzes.

Schadbild: Kräuselungen und blasige Auftreibungen an jungen Pfirsichblättern; vorzeitiger Laubfall, oft auch vorzeitiger Fruchtfall; Gummifluß.

Kulturmaßnahmen: im Herbst gute Kompostgaben und den Boden bedecken (mulchen,...) Fruchtmumien entfernen und verbrennen; kräftige Düngung hilft mit, daß erkrankte Bäume den Schaden besser überstehen.

Bekämpfung:Vorbeugend durch Spritzungen mit CUPROFOR, 1 %ig gleich nach dem Laubfall im November und unmittelbar vor dem Knospenaufbruch im Frühjahr; die Frühjahrsspritzung ist die wichtigere.

  Tip: Aus der Erfahrung hat NOVIT eine hervorragende Wirkung gegen die Kräuselkrankheit. Beim Knospenaufbruch und im Mausohrstadium 0,25 %ig (= 25 ml auf 10 1 Wasser) spritzen.
 Schrotschußkrankheit:

Auftreten: Vor allem in niederschlagsreichen Gebieten.

Schadbild:Der pilzliche Erreger ruft an den jungen Blättern, oft auch Trieben und Früchten der Steinobstarten runde, rotgerandete Flecken hervor die später ausfallen und so eine schrotschußartige Durchlöcherung der Blattfläche bewirken, vorzeitig Laubfall.

Kulturmaßnahmen: Genügend Pflanzabstand, dam Blätter gut abtrocknen können.

Bekämpfung:Abgefallene Blätter entfernen, Rückschnitt befallener Triebe. Bei Kirsche, Zwetschke, Pflaume, Vor- und Nachblütespritzungen mit CUPROFOR.

Sprühfleckenkrankheit:

Auftreten: Pilzliche Erreger an Kirsche und Weichsel, tritt besonders bei nasser Witterung auf.

Schadbild: Blattoberseite: kleine, rotviolette Blattflecken, Unterseite: Flecken mit weißlichem Pilzbelag, befallene Blätter fallen vorzeitig ab, erkrankte Bäume stehen im Hochsommer fast entlaubt da.

Bekämpfung: Abgefallene Blätter entfernen, Rückschnitt befallener Triebe. Spritzen mit NOVIT Anfang und Ende Juni sowie Mitte Juli.

Kirschfruchtfliege:

Auftreten: Besonders bei mittel- und spätreifenden Sorten.

Schadbild: Um den Stiel bräunliche Stellen, Fruchtfleisch um den Kern weich und faulig, in der Frucht eine Made.

Bekämpfung: Spritzung mit ROGOR L50 wenn sich die Früchte von grün auf gelb verfärben; bei mittelfrühen Sorten einmal, bei Spätsorten zweimal in Abständen von 8-10 Tagen wiederholen. Die Wartefrist beträgt dabei nur 3 Wochen.

Zwetschkengallmilbe:

Auftreten:Die sehr kleinen Milben saugen an den Triebspitzen von Zwetschken und Pflaumen.

Schadbild: Befallene Blätter kräuseln sich, die Unterseiten färben sich braun; vorzeitiger Laubfall.

Bekämpfung: Spritzen mit ROGOR L 50, wenn die ersten Blattkräuselungen sichtbar werden.

Fruchtstecher:

Auftreten:Etwa 2 cm großer, metallisch glänzender Rüsselkäfer, dessen Larven insbesondere junge Marillen anbohren und den Kern vernichten.

Schadbild: Vorzeitiger Fruchtfall, vielfach auch Infektion mit Monilia.

Richtet sich gegen die Käfer: Kurz vor der Blüte mit ROGOR L50 spritzen und dies gleich nach der Blüte wiederholen.

 Pflaumensägewespen:

Auftreten: An Zwetschken, Pflaumen, aber auch an Äpfeln. Die Larven der Wespen bohren sich nacheinander in bis zu 5 jungen Zwetschken oder Pflaumen ein, wo sie den Kern ausfressen.

Schadbild: Unreife Früchte angestochen und ausgehöhlt, vorzeitiger Fruchtfall, Früchte mit weichem Kot gefüllt.

Bekämpfung: Abgefallene Früchte einsammeln, Nachblütespritzung mit ROGOR L 50.

 Pflaumenwickler: Auftreten: Die erste Generation des Schmetterlings legt die Eier etwa 2-3 Wochen nach der Blüte an junge Zwetschken und Pflaumen, manchmal auch an Marillen und Pfirsichen ab. Die Raupen bohren sich in die Früchte ein, diese fallen unreif ab. Die zweite Generation legt ihre Eier an die halbreifen Früchte, die Raupen finden sich als Wurm in den reifen Früchten.
Schadbild:Wurmige Früchte mit hellroter Raupe, befallene Früchte verfärben sich und fallen ab.
Bekämpfung:Fanggürtel anbringen Juli bis September, danach entfernen und verbrennen. Bei starkem Befall Nachblütespritzungen Mitte und Ende Juni gegen die 1. sowie Mitte und Ende August gegen die 2. Generation mit RUBITOX.