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Christians Seitlpfeifer-Seite

d-Pfeiferl von Hausa Schmidl mit 2 Doppellöchern für die Töne dis und f.


Zusammenfassung
Summary
Eine Schwegel, Schwegelpfeife, Seit(e)lpfeife oder Seitnpfeife, ist eine einfache hölzerne Querflöte mit 6 Grifflöchern. Sie wird in der Volksmusik verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Stimmungen. Von ganz tief (Grundton d') bis ganz hoch (es''). Am gebräuchlichsten sind derzeit Pfeifen in a' (440 Hz). Der Tonumfang beträgt 2,5 Oktaven.

Diese Website enthält Tonbeispiele im mp3 Format, Noten im gif Format, einige Abbildungen, zahlreiche Beiträge über die Geschichte des Instrumentes im Alpenraum. Einiges über Hersteller von Pfeifen, Musikanten, Termine, Literaturhinweise, ein Gästebuch und Links zu verwandten Themen.

Schwegel, Schwegelpfeife, Seitelpfeife and Seitnpfeife are German words for a simple 6-holed fife. It may be tuned from D4 (like a traditional flute) to D#5. Nowadays most common is the Schwegel tuned in A4 (440 Hz).

This website contains sound samples in mp3-format, sheet music in gif format, some pictures, much about the history of this instrument in the alpine countries. Some about musicians, dates, bibliographical data, a guestbook and links to related topics.


If you need more information in English, please send me an e-mail.



Die Seitelpfeife ist ein transponierendes Instrument. Das folgende JavaScript soll dabei helfen
herauszufinden, welche Tonart tatsächlich erklingt:

  Das Stück steht in:   C-Dur (kein #) 
 
G-Dur #

D-Dur ##

A-Dur ###
  Du hast eine:   Es-Pfeife  
B-Pfeife
F-Pfeife
C-Pfeife
G-Pfeife
D-Pfeife
A-Pfeife
H-Pfeife

  Es erklingt:  Dur   

Das Klangspektrum der Seitelpfeife/Schwegel ist sehr vielfältig. Erstens weil anders als bei der Blockflöte, wo der der Luftstrom durch die starre Kernspalte gelenkt wird, der Luftstrom mit den Lippen gebändigt werden muß - und jeder bläst etwas anders an. Zweitens weil es so viele verschieden gestimmte Pfeifen gibt, und drittens natürlich, weil man damit so verschiedene Arten von Stücken spielen kann. Ruhige Weisen in der untersten Oktave haben einen ganz anderen Charakter als übermütig zwitschernde Märsche und Tänze, die in der obersten Lage gepfiffen werden.


Abb. aus Lutz Maurer,
Aussee bleibt mir das Schönste,
Kompass Verlag, 1996

Die überlieferten ausgesprochenen Schwegelstücke sind alle sehr hoch gesetzt. Viele davon sind Militärmusiksignale, Militärmärsche, oder Stücke, die vom Volk aus solchen Vorbildern umgemodelt wurden. Beispiele sind der Ausseer und der Altausseer Schützenmarsch (einander sehr ähnlich) und die Schützentänze. Noten und Tonbeispiele davon gibt's auf der MP3 + Noten Seite. Diese Stücke werden heute wenig gepfiffen, weil sie, in der guten Stube gespielt, viel zu laut und schrill klingen.
Heute wird viel "Stubenmusi" gepfiffen. Dabei wird oft der Fehler gemacht, dass die Stücke zu tief angesetzt werden. Daheim im Kammerl genießt man den warmen vollen Ton der untersten Oktave. Vor Publikum hört man sich dann selber kaum.

Für mich als Ausseer ist die Seitelpfeife trotz ihrer teils kriegerischen Vergangenheit kein "Kampfhund unter den Instrumenten". Sie hat die Menschheit halt in allen Lebenslagen begleitet. Inniges Liebesgesäusel inbegriffen.

Besonders der im Frühjahr 1999 verstorbene Schwegelbauer Hausa Schmidl in Töbring bei Villach (Kärnten) hat alle nur möglichen Schwegel-Variationen von ganz tief bis zum kaum mehr spielbaren "Ansteckpfeiferl" gebaut.

Allgemein gebräuchlich sind heute Pfeifen mit dem Grundton a', h', c' oder d''. Die Standard Stimmung ist a'. Zum Zusammenspiel mit der Steirischen Harmonika, die meist in B-Es-As-Des gestimmt ist, gibt es b' und es'' Pfeifen. Wegen der vielen verschiedenen Stimmungen pfeift man transponierend. Der tiefste Ton wird immer als d' notiert. Der Tonumfang beträgt nicht ganz 3 Oktaven: notiert als d' bis h'''. Die höchsten Töne werden aber nur von wenigen Pfeifern verwendet. Es gibt Pfeifen mit zwei Doppellöchern für die seltener gebrauchten Halbtöne dis und f. Die meisten Stücke stehen in G oder D-Dur. C und A-Dur sind noch halbwegs spielbar.
Die Innenbohrung ist entweder einfach zylindrisch oder leicht konisch. Konisch werden die Pfeifen gebohrt, damit die tiefen Töne voller klingen. Oft leidet die Oktavreinheit darunter.

Nachdem man die vorübergehende Anfangsschwierigkeit, überhaupt einen Ton herauszubringen, überwunden hat, ist die Seitelpfeife ein recht einfach zu spielendes Instrument. Um jedoch wirklich Musik statt "Schurizad" machen zu können, muß man ständig an der Tonbildung und Tonhöhe feilen. Leider tun sich das nur wenige Leute an und die Seitelpfeife ist dementsprechend in weiten Kreisen als primitives Krawallinstrument verschrien.

Online seit:
1. 5. 1999

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Die letzten Änderungen:
07. 09. 2014
Seminar-Termine aktualisiert
Aberseer Seminar 10. - 12. Oktober 2014.
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