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Hersteller von Seitelpfeifen/Schwegeln
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Helmuth Schmidl setzt die großartige Arbeit
seines Vaters Hausa Schmidl fort.
Töbring 32, A-9521 Treffen bei Villach
Seine Pfeifen sind über das Musikhaus Hillinger in Pinsdorf bei Gmunden zu beziehen.
- Dietmar Derschmidt aus Scharnstein/Oberösterreich baut neben zahlreichen anderen Flöteninstrumenten auch
besonders feine Seitlpfeifen.
- Gerd Pöllitsch versorgt den bayerischen Raum mit seinen sauber
gearbeiteten Pfeifen, die vor allem im obersten Register besonders
fein klingen. Er ist Besitzer einer umfangreichen Sammlung historischer
Schwegeln und baut diese auch nach. Unter anderem baut er die "konische
Form" vom Ischler Ganslmayr nach, von der er durch genaues Nachmessen
herausgefunden hat, dass sie im Inneren gar nicht konisch ist. Gerd
unterscheidet "alte Pfeifen" bei denen alle Löcher gleichgroß und
in gleichen Abständen gebohrt sind und "moderne Pfeifen". Bei diesen
ist vor allem das zweite Loch (fis) größer und zum Mundloch hin versetzt.
Gerd hat herausgefunden, dass auch Pfeifen alter Bauweise durchaus
gut klingen können, wenn man mit ihnen richtig umzugehen weiß. Seine
Pfeifen sind unter Anderem über das Volksmusikstüberl
in München erhältlich.
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Leo Schiendorfer
aus Bad Ischl hat nicht nur im Frühjahr 2000 ein Notenheft
herausgebracht, sondern er drechselt auch Schwegeln. Tel.: 06132/281
38
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"Wer eine Seitelpfeife haben möchte, ist bei
Günter Rainer richtig, der als Lehrer an der Holzfachschule Hallstatt
über jeden handwerklichen Zweifel erhaben ist. Bad Goisern, Gschwandt
177, Tel. 06135/7544"
(Zitat aus Komarek, Kulturschätze im Salzkammergut)
- Helmut
Moßmann in Deutschland fertigt neben anderen Blasinstrumenten auch Schwegeln
an
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Das Instrumentenbauer-Ehepaar Kathrin und
Andreas Mayer hat etwa von 2000 bis 2005 Seitlpfeifen hergestellt. Jetzt konzentriert sich Andreas auf Kontrabässe. Kirchengasse 28, A-8990 Bad Aussee,
Tel.: 03622/50 921
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Die Gebrüder Steinegger
Die Gebrüder Franz (1823 – 1882) und Joseph Steinegger (1819 - 1897) vulgo
Wilhalmer aus Gallhof/Bad Aussee waren die bekanntesten Pfeifer
des 19. Jahrhunderts. Nähere Angaben über sie und Noten
aus ihrem Repertoire finden sich auf dieser Webseite bei Klier (Schleuniger)
und auf der mp3 + Noten Seite (Ausseer
Hochzeitsmarsch).
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Gemälde von Matthias Ranft
1805 - 1854
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Foto aus Franz Stadler, Ausseerland,
Erinnerungen in Wort und Bild 1860 - 1920
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Auf der Vergößerung des Fotos
ist die heute von nur wenigen Pfeifern praktizierte,
aber sehr vorteilhafte "Stützdaumen-Haltung"
gut erkennbar:

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- Leopold Khals (1883 - 1965)
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Zitat aus dem Vorwort von: Adolf Rutter, Pfeifermusik aus
dem Salzkammergut:
Leopold Khals wurde am 23. Dezember 1883 als Sohn eines Salinenbeamten
in Bad Ischl geboren. Nach dem Besuch der Volksschule trat er
1897 als Manipulationszögling in den Salinendienst. Er
wählte, wie sein Vater die Laufbahn des Salinenbeamten,
und wurde nach dem Besuch der Manipulationszöglingsschule
im Jahre 1909 zum Rechnungsgehilfen ernannt. Als er im Jahre
1910 in Altaussee ein Steigerposten frei wurde, bewarb er sich
darum und übersiedelte mit seiner Familie nach Altaussee,
wo er bis zum 45. Dienstjahr arbeitete. Neben seiner Berufsarbeit
als Bergmeister widmete sich Khals der Seitelpfeiferei und lehrte
jungen Leuten das Pfeifen in der Musikschule. Seit 1925 leitete
unser Freund Khals alle Jahre den Pfeifertag, der am 15. August
jeden Jahres irgendwo im Salzkammergut abgehalten wird (Liste
der Veranstaltungsorte). Im Jahre 1964 war es das letzte
Mal, daß Khals den Pfeifertag anführte. Freund Hein
hat ihn am 1. Jänner 1965 von seinem schweren Leiden befreit.[...]
Zitat aus: Winfried Aubell, Bergmann im Salz, Verlag Welsermühl, Wels 1981:
Der Leopold Kahls, Bergmeister vom Salzberg Altaussee, der vorige
"Pfeifer-Vater" vom ganzen Salzkammergut, hat in den zwanziger
Jahren wieder mit dem Aufschreiben alter Melodien begonnen und
hat in der Zeit nach dem Weltkriege das Pfeiferwesen, als es
schon in die Vergangenheit zurücksinken drohte, neu belebt.
Für ihn war die Seitel-Pfeifen ständiger Begleiter in der Rocktasche,
und ihr Tonreichtum in seinem Kopf derart gegenwärtig, daß
das Pfeifen über allen andern Gedanken stand. Diese für ihn
so schöne Welt maß er aber auch allen andern Mitmenschen zu,
indem er annahm, jeder müsse auf dieser Welt pfeifen. Als er
einmal am Wirtshaustisch saß, griff er, wie so oft, in die Innentasche
seines Rockes, holte seine kleine Querflöte heraus, um sich
mit seinem ihm unbekannten Tischgenossen über ein paar "Gepfiffene"
bekannt zu machen. "Pfeif ma oan Steirer." Die verblüffende Antwort:
"Wir können ja net pfeifen", versetzte ihn über ungläubiges
Staunen in tiefes Mitleid mit dem unzugänglichen Tischgenossen.
"Ja, zu was lebst denn eigentlich, wannst net pfeifn kannst?"
Die Arbeit Khals wirkt vor Allem durch seine unermüdliche
Sammeltätigkeit nach. Ein großer Teil der von Adolf
Ruttner veröffentlichten Stücke stammt aus seinem
Fundus.
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Hausa (=Balthasar) Schmidl (1905 - 1999)

Hausa Schmidl in seiner Werkstatt.
Hier mit einer Pfeife nach chinesischem Vorbild, mit dem
Mundloch in der Mitte.
Bild: Simone Prein
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Zweiteilige "Hausmusik-Schwegeln" von Hausa Schmidl.
Teilweise mit Doppellöchern für dis und f.
Bild: Simone Prein
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Text
von www.volksmusikschule.at:
Am 4.April 1999 verstarb 94-jährig der von den "Pfeifern"
so verehrte Schwegelopa Hausa (Balthasar) Schmidl. Mit ihm
verlieren viele Musikanten den geistreichen und findigen Instrumentenbauer,
der letztendlich die Schwegelpfeife vor dem Vergessen gerettet
und sie auf interessante Weise erneuert hat. Als Bauernsohn
wuchs er in Heiligenblut auf, begann 1921 die Tischlerlehre
bei einem nebenberuflichen Organisten und Kapellmeister, wodurch
Hausa Schmidl Gelegenheit hatte, Klarinette zu lernen und
in der Musikkapelle zu spielen. In der Bundeslehranstalt für
Holzbearbeitung in Hallstatt schloß er die Meisterprüfung
erfolgreich ab und kam im Ausseerland zum erstenmal mit einer
"Seitlpfeife" in Kontakt. Von Karl
Magnus Klier, dem großen Kenner der alpenländischen Volksmusikinstrumente,
erhielt er Unterlagen und so konnte Hausa Schmidl 1928 mit
seiner Schwegelpfeifenerzeugung beginnen. Nach dem 2. Weltkrieg
arbeitete er als Tischler, Orgelbauer und schließlich in Töbring
bei Treffen am Ossiachersee, nahe Villach, als "der" Schwegelerzeuger.
Mit viel Geschick und Einfallsreichtum erdachte er sich Werkzeuge,
Arbeitsabläufe, Polituren und schließlich auch eigens für
das Schwegelpfeifenbauen konstruierte Maschinen. Möge die
wiederum stark steigende Zahl der Schwegler - bei uns vor
allem ein Verdienst von Simone
Prein - eifrig im Gedenken an Hausa Schmidl mit seinen
Instrumenten aufspielen.
Von 25. bis 26. Juni 2005 fand im Käntner Lesachtal ein Symposion zum 100. Geburtstag des Pfeifenbauers Hausa Schmidl statt. Veranstalter war das vom Kärntner Volksliedwerk.
http://www.volksliedwerk.com Zu der Veranstaltung ist ein aufwändige Festschrift herausgegeben worden.
Zu Haus Schmidl siehe auch den Artikel von Hans Haid auf der Geschichten Seite
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- Adolf Ruttner (1906 - 1988)
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Er hat sich ganz besonders um die Erhaltung und Überlieferung
des alten Salzkammergut Repertoires verdient gemacht, indem
er Kurse abgehalten, zahlreiche Stücke gesammelt und in
einigen Notenheften veröffentlicht
hat.
Seiner Tochter, Edith Majorossy verdanke ich folgenden Lebenslauf:
Adolf Ruttner wurde am 25.Jänner 1906 in Zeltweg in der Steiermark
geboren. Vermutlich durch die Wandervogel-Bewegung wurde er
zur Volksmusik angeregt. Er studierte Naturgeschichte und Leibeserziehung
in Wien und seine erste Stelle war an der Realschule in Linz.
Dort fing er auch mit dem Pfeifenunterricht an und hatte 30
Schüler aus verschiedenen Klassen. Dann rückte er ein und war
den ganzen Krieg an der Front (immer mit der Schwegel im Tascherl).
Nach dem Krieg war er eine Zeit lang am Gymnasium Gmunden und
später dann in Vöcklabruck, wo er am 11.Jänner 1988 starb. Vater
schwegelte jeden Tag stundenlang (ohne Schmäh), er hatte auch
ungezählte Pfeifen und benützte sie alle. Die Pfeiferwochen
auf der Edtbauernalm lagen ihm sehr am Herzen.
Eine Anmerkung über die Bedeutung Adolf Ruttners findet
sich auch im Gästebucheintrag
von Volker Derschmidt vom 5.8.2001
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Adolf Ruttner, 1984
Bild: Wolf Ruttner
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- Lois Blamberger vlg. Blå Lois (1912-1989)
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Bild: Cover der CD "Lois Blamberger
vulgo Blå Lois"
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Alois Blamberger war vor allem als Geiger der Simon
Geigenmusi bekannt. Er hat jedoch von Leopold Kahls das Amt
des Pfeifervaters übernommen, war Lehrer bei Seitlpfeiferseminaren
in Oberösterreich und Salzburg, und hat Noten
für Seitlpfeife gesammelt und veröffentlicht.
Eine Aufnahme mit Lois Blamberger, der Hallstätter Hochzeitsmarsch,
ist auf der Seite MP3 + Noten zu hören.
Zitat aus: Winfried Aubell, 1981, Bergmann im Salz:
"Da haben ma amal gewett', wer die mehrern Steirer kennt, wie
lang ma's z'sammbringen, allweil an andern, lauter Steirer,
z'blasen, der Eduard und i. Und da samma marschiert von Pfandl
bis zum Bahnhof Ischl a guate Stund, amal hat er anghebt, amal
i, und wia ma am Bahnhof ankommen san, da haben ma no allweil
oanige gwußt. Hunderte worn's. Und wann beim Pfeifertag aner
Noten auflegt, dem drah' i die Noten um, es ghört auswendig
gspielt. Nach Noten? Ja, da muaß er sih das Musihirnkastl teiln
ins Lesen und ins Greifen, was sollst da für a G'spür no Platz
haben.
Natürlich haben die Noten ihren Zweck, zum Aufheben, daß
man immer wieder drum greifen kann, daß sich nichts verliert,
nimmer soll einer eine Melodie mitnehmen aufs Nimmerhörn. Viel
ist schon aufgeschrieben, wie haben so viel, was wir gar nicht
wissen, und wenn i a Fetzerl (Schwips) hab', da falln mir oft
da Reih nach ganz alte Ausg'fallene ein, und die entfallen mir,
kaum daß blasen sind, wieder, deswegen schreib' ich auch
alles auf."
"Wie lernst du denn den Buben das Seitelpfeifen, wenn s' keine
Noten können?"
"Ja, das ist ganz einfach, ich schreib' ihnen nur auf, wie viel
Loch auf der Pfeifn bei jedem Ton offen sein müssen. Das schaut
dann so aus:
Geh durin Wald aussi.
0 3 2 3 0 1 0 4 2 1 0 4 2 1
0 5 3 1 0 0 3 2 3 0 1 0 4 2
1 0 4 2 1 0 2 3 3 3
Und da brauchen s' nur zählen können."
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Transkription der Ziffern in normale Notenschrift:
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- Hans Liedl
Salzburger Nachrichten, 13. August 98:
Der Vater der "Seitelpfeifer"
Hans Liedl brachte die Schwegel wieder nach Salzburg - 300 Schüler
ausgebildet SALZBURG, EBENSEE (SN). Die Geschichte der "Seitelpfeife"
reicht bis in die Steinzeit zurück. Für Hans Liedl aus Salzburg bis
1958. Da sah er zum ersten Mal dieses kleine hölzerne Ding mit dem Mundloch
und den sechs Grifflöchern. Sah es, kaufte sich ein Exemplar, übte und
verzweifelte vorerst daran. Es war nicht gestimmt. Erst im zweiten Anlauf
erhielt er ein besseres Instrument - und bekam Freude daran. Liedl suchte
legendäre "Schwegler": den Blaa-Lois in Bad Ischl, den Gamsjaga Sepp
in Obertraun, den Adolf Ruttner in Vöcklabruck. Der gelehrige Schüler
wurde selbst bald Flötenlehrer, gestaltete in Oberösterreich und ab
1978 im Lande Salzburg unzählige Musizierwochen. "Der Tobi Reiser hat
mich gebeten, den Hirterbuben das Schwegeln beizubringen", erinnert
sich Liedl. 300 namentlich aufgezeichnete Schüler hatte er. "Heute weiß
ich nur mehr eine Handvoll guter Schwegler", sagt der 77jährige etwas
resigniert. Einer, der sein Erbe fortführt, ist Markus Helminger. Er
hält für Hiatabuam und Interessierte seit einigen Jahren im Auftrag
des Landes-Referates Volkskultur Schwegel-Wochenenden. Ohne Hans Liedl
wäre die "Seitelpfeife" in Salzburg wohl in Vergessenheit geraten.
B. Strobl, ©Salzburger Nachrichten 1998
- Johann Stöckl vlg. Kahlserer (1912 - 2003)
| In der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts war der Altausseer Johann Stöckl vulgo Kahlserer
(27.12.1912 - 8.9.2003) der bekannteste Seitlpfeifer im Steirischen
Salzkammergut. Er hat in den 1970er Jahren die Altausseer Schützenmusi
gegründet. Auch wenn seine Gruppe bisweilen "Bauwehmusi" genannt
wurde, war der Kahlserer für den Nachwuchs eine der wichtigsten
Quellen für unser lokales Repertoire und die traditionelle Spielweise.
Um die Nachwuchsarbeit hat er sich zwar stets nur so weit gekümmert,
dass er für sich selbst einen G'span gesucht hat. Doch durch
seine vielen Auftritte und die Veröffentlichung von 3 Tonträgern
hat er viele Leute mit der Pfeiferei bekanntgemacht und viele
angeregt, es selbst zu probieren. Seine "Altausseer Schützenmusi"
war bis Herbst 2000 regelmäßig im Gasthof
zum Loser in Altaussee zu hören. Einen Großteil des Repertoires
hat Gerd Pöllitsch in Druck veröffentlicht.
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Bild: Nikolaus Schafhuber
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To be continued....
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