3.3 Haloze-Schwegel
In diesem Kapitel will ich zusätzlich auf die Schwegel eingehen, die in der Gegend von Haloze in Slowenien bekannt ist.
(vgl. Hasl, Drago: Haloska svegla; in: Traditiones, 4/1975; übersetzt von Hans Peter Blümel, Laibach 1977)
Das Instrument, das dort ebenfalls Schwegel (zvegla) heißt, ist aus Zwetschkenholz gedrechselt. In Form und Aussehen ähnelt es sehr unseren alpenländischen Instrumenten. Die beiden Enden haben ebenfalls Verdickungen, wobei die Verdickung auf der Mundloch-Seite größer ista als auf der anderen Seite.
Abb. 9
Fünfer-Schwegel, 1963 hergestellt von Ludvik Merc aus Velika Varnica
Interessant ist bei der Haloze-Schwegel, daß diese nicht nach dem Grundton benannt werden, sondern nach Nummern. Zwischen den einzelnen Nummern wachsen die Abstände der Löcher (Mundloch und Grifflöcher) gleichmäßig an. Erhalten sind leider nur die Dreier, Vierer, Fünfer, Sechser und Siebener. Die Vierer, Fünfer und Sechser stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Die gebräuchlichsten Nummern sind die Sechser-Schwegel, deren Grundton ca. a
1 ist, die Fünfer-Schwegel mit dem Grundton h
1 und die Vierer-Schwegel, deren Grundton ca. cis
2 oder des
2 ist.
Die Halozer Schwegeln sind nicht nach dem Metermaß bemessen, sondern nach dem alten Maß in Wiener Zoll. Die Sechser-Schwegel ist etwa 15 Zoll und 2 Strich lang, das sind 399mm, die Länge der Fünfer-Schwegel ist ca. 13 Zoll und 8 Striche, das entspricht 359mm. die Vierer-Schwegel mit ca. 12 Zoll und 2 Strichen hat eine Länge von 320mm.
Die Schwegel der folgenden Nummer ist jeweils um ca. 1. Zoll und 6 Striche (39,5mm) länger als die vorhergehende. Der Vergleich von erhaltenen Instrumenten hat gezeigt, daß sowohl der Innendurchmesser der Schwegeln (ca. 5,5 Striche) als auch der Außendurchmesser fast gleich sind.
Aufgrund der Tatsache, daß die Halozer Schwegeln in Sätzen von neun Instrumenten gebaut wurden, kann angenommen werden, daß sie gegen Ende des Mittelalters oder etwas später (15. bis 17. Jahrhundert) entstanden sein könnten. Da die Weinbergbevölkerung von Haloze sehr konservativ lebt, ist es leicht möglich, daß die Herstellung der "zvegla" bis heute in unveränderter Form erhalten geblieben ist.
Extrapolation der in der Diplomarbeit von Irene Huber angegebenen Daten
(rot) auf die neun Nummern:
| 1 Wiener Fuß |
|
=316 102mm |
| 1 Wiener Zoll |
= 1/12 Wiener Fuß |
=26,341mm |
| 1 Wiener Strich |
= 1/12 Wiener Zoll |
=2,195mm |
Innendurchmesser: 5,5 Strich entspricht: 12,1mm
| Bezeichnung: |
Einser |
Zweier |
Dreier |
Vierer |
Fünfer |
Sechser |
Siebener |
Achter |
Neuner |
| Länge in Zoll: |
7'' 8' |
9'' 2' |
10' 8'' |
12'' 2' |
13'' 8' |
15'' 2' |
16'' 8' |
18'' 2' |
19'' 8' |
| Länge in mm: |
202 |
242 |
281 |
320 |
359 |
399 |
439 |
479 |
518 |
| Grundton ca.: |
~ b'' |
~ g'' |
~ e'' |
cis'' |
h' |
a' |
~ g#' |
~ g' |
~ f#' |
home