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| 2 DIE FUNDORTE |
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Sie einen Blick auf Abbildung 1 |
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| Bevor wir uns den Fundorten im Umland von Teurnia zuwenden, erscheint es vorteilhaft, einen kurzen Überblick über die latènezeitlichen Funde vom Holzer Berg voranzustellen. Von allen genannten Plätzen ist der Holzer Berg durch die jährlich ab 1971 vom Landesmuseum für Kärnten durchgeführten Grabungen am intensivsten erforscht. Das Resultat dieser Bemühungen ist ein vergleichsweise großes Fundspektrum aus den uns interessierenden drei Jahrhunderten. Nicht zuletzt ist Teurnia auch der antike Verwaltungsmittelpunkt dieses Gebiets, dessen Rolle in der Zeit vor der römischen Okkupation gerade deswegen von besonderem Interesse ist. | ||||||
| 2.1 Teurnia | ||||||
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Der Holzer Berg erhebt sich im Lurnfeld als ein markanter, siedlungstopographisch begünstigter Punkt. Abgesehen von seiner Südostseite kann man ihn als einen durch Steilabhänge natürlich geschützten, inselartigen Höhenrücken bezeichnen, der direkt am Nordufer der in der Antike sicher stärker mäandrierenden und von einem breiten Auengürtel gesäumten Drau lag. Die Siedlungsflächen auf der Hügelkuppe und den vor allem im Südosten plateauartig erweiterten Abhängen erscheinen deswegen ungefährdet vor Hochwasserkatastrophen. Verkehrsgeographisch gesehen liegt der Holzer Berg zudem am Schnittpunkt zweier wichtiger Fernstraßen, der Drautal- und der Tauernroute (Abb. 1). Latènezeitliche Siedlungsstrukturen oder Gräber sind vom Holzer Berg oder seiner Umgebung vorerst noch nicht bekannt, dafür jedoch eine Reihe bemerkenswerter Funde und Fundensembles, die sich nahezu über den gesamten Hügel und sein Umfeld verteilen (Abb. 4).
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Abbildung
4 Teurnia - Holzer Berg: latènezeitliche und frühestkaiserzeitliche Funde (ohne augusteische Terra Sigillata). - Digitales Geländemodell: M. Doneus. - Kartierung/Graphik: Ch. Gugl. |
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| Wenn
Sie einen genaueren Blick auf Abbildung 4 werfen wollen, so klicken Sie hier: [holzberg.gif, 103k] |
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Von den insgesamt 42 bekannten westnorischen Großsilbermünzen aus Teurnia wurden 33 Münzen der jüngeren Prägeschicht (ESCINGOMA, ADNAMATI, NEMET, ATTA) konzentriert am Hügelplateau im Westteil der Parz. 1047 vor allem zwischen 1900-1938 [6] und 1981 [7] aufgelesen (Abb. 4,5). Die Wahrscheinlichkeit, daß es sich dabei um einen einzigen verstreuten Münzschatzfund handelt, ist sehr groß. [8] Schon von A. Lippert und F. Glaser ausführlicher behandelt wurde ein Sammelfund eiserner Waffen, der 1845 am westlichen Hügelabhang, nahe des Westtores der spätantiken Stadtmauer, zusammen mit Nägel, Knochen, Schlacken, zwei römischen Münzen und reichlich (römischer) Keramik in einer Brandschicht geborgen wurde (Abb. 4,2). [9] Zehn latènezeitliche Schildbuckel wiesen Spuren intentioneller Deformierung auf. Dieser "Waffenfund" gab Anlaß zur Vermutung, daß sich am Holzer Berg ein keltisches Heiligtum befunden hat, in dem die Schildbuckel deponiert worden wären. Unter den anderen Metallkleinfunden sind zwei eiserne Latènefibeln, darunter eine Fibel vom Mittellatèneschema mit flachgewölbtem Bügel (Abb. 4,1; 5,1-2) [10] aus dem Grabungsareal Westnekropole sowie als Altfunde eine 13,0 cm lange bronzene Spiralbogenfibel (Abb. 5,6) und eine Bronzefibel des Typs Alesia (Abb. 5,5) [11] zu erwähnen, die beide in die Spätlatènezeit zu setzen sind. Ebenfalls in das spätere 1. Jahrhundert v. Chr. gehören eine eiserne geschweifte Fibel Almgren 18a (Abb. 4,12; 5,3) [12] und eine weitere bronzene Alesia-Fibel (Typ Ljubljana) aus dem Bereich der Wohnterrassen an der Ostseite des Holzer Bergs (Abb. 4,12; 5,4). [13] Ein bronzener Gürtelkettenanhänger von der Hügelkuppe, dessen Bügelenden in zwei stilisierte Tierköpfe auslaufen, war in der Mittellatènezeit ein wichtiger Bestandteil der Frauentracht (Abb. 4,9; 5,7). [14] Ferner gehören zwei Fragmente von Glasarmringen mit Schrägrippen [15] aus dem Gelände der frühchristlichen Bischofskirche und des Hospitiums zum mittellatènezeitlichen Frauenschmuck (Abb. 4,3; 5,8-9). Vom östlichen Hügelplateau kommt ein dritter kobaltblauer, glatter, LT D-zeitlicher Armring mit einfachem D-förmigem Profil (Abb. 4,11). [16] Erst jüngst kam bei einem Suchschnitt des Jahres 1998 ca. 48 m östlich der Bischofskirche eine spätlatènezeitliche dunkelblaue Glasringperle mit weißen und gelben Schraubenfäden (Abb. 4,4) [17] zum Vorschein. Neben der über das ganze Hügelareal streuenden Graphittonkeramik und der feinen grauen Ware (graue Drehscheibenware) ist hinsichtlich der Importkeramik vor allem schwarze republikanische Glanztonware anzuführen, darunter vier Schiefwandschalen mit abgesetzter Lippe Morel F 2652-2654 und ein Bodenfragment mit einem 1,0 cm großen, konkaven Palmettenstempel, die sich auf das Areal Bischofskirche/Hospitium (Abb. 4,3) konzentrieren. [18] |
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Abbildung
5 Teurnia - Holzer Berg, Auswahl an latènezeitlichen Metall- und Glasfunden: 1-3 Eisen. - 4-7 Bronze. - 8-9 Glas. - o. M. |
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| Im Gegensatz zum noch nicht bearbeiteten Fundmaterial der Urnenfelder- und Hallstattzeit scheint sich mit der Latènezeit nicht nur eine Zunahme der Fundmenge, sondern auch eine Streuung über weitaus größere Flächen des Holzer Bergs abzuzeichnen (Abb. 4). Trotzdem ist der Fundanfall im Vergleich zu den römischen Funden des 1. bis 6. Jahrhunderts n. Chr. verschwindend gering. [19] Obwohl es doch schon gerechtfertigt ist, auf dieser Basis eine Latènesiedlung auf dem Holzer Berg zu postulieren (vgl. Kap. 3.1), ist es momentan noch völlig verfrüht, kleintopographisch enger einzugrenzende Schwerpunkte in der Fundverbreitung im Hinblick auf mögliche Siedlungsverlagerungen während der Mittel- und Spätlatènezeit zu interpretieren. Wie nicht anders zu erwarten, kam die Masse der LT-Funde bei langjährigen Grabungsprojekten, wie Bischofskirche/Hospitium (1985-1992) und - in geringerem Umfang - Gebäude HA (1979-1984) sowie Friedhofskirche/Westnekropole (1993-1998), zutage. Auffallend an der Fundverteilung ist jedoch, daß in den zwischen 1971-1978 ergrabenen Wohnterrassen am östlichen Hügelfuß (Abb. 4,12) keine Funde vorhanden sind, die zwingend nach LT C/D1 datiert werden müssen. Entsprechendes Fundmaterial findet sich stattdessen oben auf dem Hügel, am westlichen Hügelabhang (Abb. 4,2) und in der Flur Anger (Abb. 4,1). Dies läßt eine siedlungsgeschichtlich bedeutsame Tendenz erkennen, auf die weiter unten noch näher eingegangen wird. | ||||||
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[2]
F. Pichler, Studien über Teurnia. Mitt. k.k. Central-Comission N.F. 3,
1877, XCIX Nr. 1-2. |
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