Obwohl es sich nicht gehörte und die Tante wahrscheinlich entsetzt gewesen wäre, wenn sie es wüsste, öffnete Sanna den Glasschrank über der Waschmaschine. Medikamente, mehr inzwischen als Aspirin, Abführmittel und Heftpflaster, die früher in einem schmalen Fach des Kastens Platz gehabt hatten. Nun hatten sie die anderen Gegenstände zurückgedrängt, eine alte, sicher längst schon ranzige Hautcreme, ein Parfum in Originalverpackung. Sanna erinnerte sich sogar noch daran, wie ihre Mutter es der Schwester zu Weihnachten geschickt hatte. Das musste inzwischen schon über zehn Jahre her sein. Ganz hinten, in einem Winkel, lag eine rosa Haarspange, hoffnungslos unmodern, wie Sanna von den eigenen Töchtern wusste. Aber sie hatte sie auch ohne dieses Wissen als die eigene erkannt. Leise schloss sie den Schrank wieder und hätte sich selbst keine Erklärung geben können für ihre Neugier. Zeit der einfachen Division