Anlage und Entwicklung der Siedlung

1410 ist die heutige Gemeinde entstanden. Die Bewohnerschaft von Apetlon war ursprünglich katholisch. Sie mußte sich unter Nädasdy zum evangelischen Glauben bekennen. Denn in jener Zeit hieß es: " Cuius regio, illius est religio".
Auf der Wasserzeile Nr. 62 befand sich eine Kapelle, die dann für den evangelischen Gottesdienst verwendet wurde. Da Apetlon eine Filialgemeinde von Illmitz war und somit auch kein Pfarrhaus besaß, ließ sich der Pastor auf der Wasserzeile Nr. 46 vorübergehend nieder.
Seit der Herrschaft Esterhazys ist jedoch Apetlon eine rein katholische Gemeinde. Im Jahre 1702 löste sich Apetlon von Illmitz los und machte sich selbständig. In einem Beschluß vom 15.7. 1877 heißt es dann weiter, daß Apetlon 1877 zur Großgemeinde ernannt wurde.
Eine außerordentliche interessante Sache stellt Apetlon dar. Es ist dies nämlich ein lehrreiches Beispiel für die schrittweise Verbauung eines Breitangers. In diesem Falle wurde von dem ursprünglich 120-160 m breiten Anger nur eine Randstraße verbaut, so daß noch immer ein Breitanger von 50-60 m Breite übriggeblieben ist, auf dem dann später in der Mitte die Kirche erbaut wurde.
Die ältesten Gassen sind die Wasserzeile und die Krotziengasse. Sie erhielten den Namen, als das Wasser bis zu den Scheunen der Häuser reichte. Die Mitterzeile lag gegenüber der Wasserzeile. Heute sind beide Gassen unter dem Namen "Wasserzeile" vereint. Auch die jetzige Kirchengasse wurde früher "Hintauserzeile" genannt. Auch die Quergasse wechselte den Namen, denn sie bezeichnete man früher als Söllnergasse. Die Bezeichnung Spinngasse stammt noch von der Franzosenzeit her. Die Akaziengasse war namenlos.
Die Namen der jetzigen Gassen heißen: Wasserzeile, Kirchengasse, Quergasse, Illmitzerstraße, Wallenerstraße, Söllnergasse, Urbarialgasse, Akaziengasse, Neubaugasse, Hintergasse, Rosengasse, Schmiedgasse, Gartenzeile, Krotzengasse, Seeufergasse, Spinngasse und Stadlgasse. In der Kirchengasse befindet sich die staatliche Volksschule, die im Jahre 1905 erbaut wurde und eingeweiht. Vorher bestand nur eine zweiklassige Schule in der Kirchengasse die heute der vierklassigen Schule angegliedert ist. Während des Krieges aber wurden wohl die Räume des alten Schulgebäudes als Kindergarten eingerichtet.
Seit 1728 werden Pfarrmatriken geführt. In den Jahren 1792 - 97 wurde die heutige Kirche erbaut.
Erst seit dem 1. Oktober 1895 werden die staatlichen Matriken geführt. Noch im selben' Jahr wurde auch die Zivilehe eingeführt. Mit der Anlegung des heutigen Friedhofes wurde bereits 1704 begonnen. Später und zwar 1759 errichtete man ein schönes Friedhofskreuz. Auch die Entstehung der Rosalienkapelle reicht in diese Zeit zurück. Diese ließ 1713 ein wohlhabender Fuhrwerker, Tschida, erbauen. Noch heute pilgert das Volk am Tag der hl. Rosalia zu dieser Kapelle.
Um 2.400 Kronen errichtete man 1809 den Gemeindebrunnen und zugleich auch die Brückenwaage. Mt dem Bau der heutigen Milchgenossenschaft begann man 1926. Neben der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal, das 1923 erbaut und geweiht wurde. In allernächster Nähe ist die Raiffeisenkasse zu sehen, die das Baujahr 1931-34 aufweist. Später, es war 1935, wurde ein neues Grundbuch angelegt.
Eine Verbesserung und Erleichterung für die Bevölkerung war wohl auch dies, daß ab 1927 der Postautobusverkehr ins Leben gerufen wurde. Denn bis jetzt beschaffte man sich alles teils zu Fuß, teils aber auch mit dem Wagen. 1928 wurde beim Darscho ein Bad errichtet, das aber heute nicht mehr existiert. 1931 erbaute man das Spritzenhaus. Das Doktor- und Gemeindehaus sind in der Wasserzeile zu finden. Am ehemaligen Breitanger, neben der Kirche, ist die Post stationiert. Außer den 4 Gasthäusern sind dann noch vier Gemischtwarenhandlungen und 2 Trafiken hier. Das Dorf selbst wird immer mehr und mehr ausgebaut. Apetlon zählt heute 482 Häuser und 1946 Einwohner.