In unserem Gemeindeamte befindet sich eine Hotterkarte aus dem
Jahre 1859. Sie trägt ungarische Aufschrift, jedoch die Flurnamen sind
deutsch eingetragen.
Eine zweite Hotterkarte stammt aus dem Jahre 1876/7. Auch ihre Überschrift
ist in ungarischer Sprache, darunter aber steht folgende Erklärung: "Karte
über den regulierten nicht herrschaftlichen Teil des Hotters in der Gemeinde
Apetlon".
Die erstgenannte Karte enthält folgende Flurnamen: Dom, Neudeck, Martnhof,
Tiglit, Waldweg, Söllnerfeld, Götsch, Sechsmahd, Siebenmahd, Achtmahd,
Grabenlust, Langelust, Wörten, Schandlesgrund, Fuchsenloch, Lange Äcker,
Große Joch, Wirtel Joch, Hallabem, Illmitzer Weg, Neisiedler Weg, Neufeld,
Oberhalbjoch, Neubruck.
Die zweite Karte enthält die gleichen Flumamen, nur mit kleinen Abweichungen
in der Schreibweise: Tiglit = Tiglitt, Wirtel Joch = Viertel Joch, HaUabem
= Hollabem, Neisiedler Weg = Neusiedler Weg, Sechs-, Sieben- und Achtmahd
werden gemeinsam als Siebenmahd bezeichnet. Die Bevölkerung trennt aber
heute noch diese Felder in Sechs-, Sieben- und Acht Mahden. Eine Mahd
ist jene Breite, die der Schnitter mit einem Sensenschwung erreicht.
Fast dieselben Flumamen sind auch in dem "Grundstückverzeichnis der
Katastralgemeinde Apetlon No. 6472/193 6" enthalten.
Die Felder und Weingärten zu beiden Seiten der Illmitzerstraße heißen
"Illmitzerweg". Östlich davon liegt die Hollabernlacke. Die Flur ringsum
trägt denselben Namen: "Hollabem". Niemand weiß, woher dieses seltsame
Wort stammt. - Hinter dem Friedhof fährt ein Weg durch Felder und Weingärten.
Es ist der Neusiedler Weg. -Hier sind die Bauern fiüher nach Neusiedl
gefahren. - An der Wallernerstraße, unweit des "Moschado" sind die Martnhofäcker
(Martinried). Dort befand sich vor dem ersten Einbruch der Türken der
Ort Martinhof Das Dorf wurde zerstört und die Bewohner siedelten sich
in der hiesigen Hintergasse an. Sie wurden lange Zeit noch die Martenhöfler
genannt. Auf den Martnhofäckem hat man wiederholt Ziegel ausgeackert.
Das Wort Lus oder Lust (Lange Lust) bezeichnet ein begrenztes Landstück.
Der Hedwighof mit seinen umliegenden Feldern wird auch Berghof oder Baronhof
genannt. Er gehörte dem Baron Berg. Seine Frau hieß Hedwig. Heute ist
das Gut bis auf ein einziges Gebäude abgetragen und in anderen Besitz
übergegangen. -
Der Waldweg fährt über den Einserkanal nach Ungarn in den Erlenwald,
von wo sich die Bewohner früher das Holz holten.
An der Götsch Lacke liegen die Götsch Äcker. Der Name Götsch ist in
einem alten Kirchenbuch unserer Pfarre als Familienname zu finden. Ein
Götsch wird der Besitzer dieses Grundstückes gewesen sein.
Das Wort Schandlesgrund leite ich von Schandors Grund ab (Alexander!).
Der Flumame Tiglitt (Tiglit oder Tiglat) läßt auf tegelhältigen Grund
schließen.
Westlich der Ortschaft breiten sich die Rohrungen aus. Der Grund ist
feucht (Zick) und trägt stellenweise Rohr. Die Äcker, die sich dort befinden,
werden von der Bevölkerung Weiten ("Wettn") genannt. -
Noch weiter westlich, am "Dorn", befinden sich Mauerreste einer früheren
Ansiedlung. Viele Dornen (Hauhechel) bedecken den Boden.
Die übrigen Flumamen erklären sich zum Teil selbst, wie z.B. Fuchsenloch
- Neufeld oder Neubruch sind unerklärlich.
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