Bis Du das EversBuch hast, hab ich hier noch einen Evers- Textausschnitt gefunden:
 
 

Dr. med. Joseph Evers
Die Heilung der Stoffwechselkrankheiten durch die Evers-Diät als Beweis für die Richtigkeit dieser Therapie

In 45jähriger Tätigkeit als Arzt habe ich immer wieder feststellen können,  daß durch  Umstellung unserer Ernährung in mehr natürlichere Formen  und durch  weise Einschränkung unserer Genußmittel *sämtliche*  Stoffwechselkrankheiten zu  bessern bzw.  zu heilen sind. Das ist ja auch eigentlich selbstverständlich. Denn wenn die  Ursache einer Krankheit - hier die falsche Ernährung beseitigt wird,  dann muß  der Körper von sich aus die Krankheit bessern bzw.  wenn der Zerstörungsprozeß noch nicht zu weit vorangeschritten ist, die Krankheit heilen. Selbst Krankheiten, die bisher als  "unheilbar" galten,  konnten auf diese Art und Weise geheilt werden  [52]. Man sollte an solchen Tatsachen doch nicht mit einer  leichten Handbewegung  vorübergehen und echte Heilungen, die  viele Jahre zurückliegen, mit dem Bemerken "Remission" oder "Fehldiagnose" abtun [53].

"Die klinische  Prüfung ist ja nur 'eine', allerdings die letzte und entscheidende  Kontrolle über  Wert und  Unwert eines  jeden Heilmittels... Demnach ist der Heilerfolg das entscheidende Kriterium für  die Bewertung  eines Heilmittels"  [54]. JORES  [55] schreibt in  seinem lesenswerten Buche "Die Medizin in der Krise unserer Zeit":  "Der Maßstab, und zwar der einzige, der wirklich Gültigkeit hat für die Richtigkeit einer Medizin, ist der therapeutische Erfolg!  Alle Medizin ist dazu da, kranke Menschen gesund zu  machen. Alle  medizinische Forschung  hat letzten Endes einzig und allein dieses Ziel."

In den  letzten 27 Jahren kamen praktisch nur Patienten in meine Praxis, die an Krankheiten litten, die gemeinhin als "unheilbar" galten. Ich  gebe hier  meine Erfahrungen  betreffs Erfolge bzw. Mißerfolge nur bei denjenigen Krankheiten wieder, die ich selbst mit Evers-Diät  behandelt habe. An ihrer Spitze steht die Multiple Sklerose,  eine schwere  Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und  Rückenmark), die  den Menschen  in der Blüte seines Lebens zwischen  20 und  40 Jahren  befällt und  ihn einem  jahrelangen Siechtum entgegenführen kann.

Die erste  Multiple-Sklerose-Patientin kam 1940 in meine Behandlung. Sie war zwei Jahre krank gewesen, davon fünf Monate an Armen und Beinen gelähmt, so daß sie bettlägerig war und gefüttert werden mußte. Dabei war sie fast erblindet. Sie wurde gesund und ist heute  (27 Jahre später) voll arbeitsfähig, trotzdem sie inzwischen drei Kindern das Leben schenkte und jedes Kind fast ein Jahr lang gestillt hat. Der Erfolg sprach sich schnell herum und ein Patient  nach dem  anderen kam  in meine  Praxis. Bis  heute (Sommer  1967)  gingen  über  12000  Multiple-Sklerose-Patienten durch meine  Praxis,  wovon  über  8000  meine  Diät-Kur  durchschnittlich jahrelang  unter meiner Aufsicht durchführten. Diese Zahl ist  sehr groß,  wenn man  bedenkt, daß ich als Landarzt in seinem Leben  einen, zwei oder höchstens drei Multiple-SklerosePatienten sehen  würde. Der Weg dieser Patienten geht gewöhnlich vom Hausarzt  über den  Facharzt, die Klinik, zu mir. Mein Krankengut ist  also ein verhältnismäßig schweres, das meistens jahrelang in  ärztlicher Behandlung  steht und bei dem die Diagnose durch fachärztliche Untersuchung fast immer gestellt ist.

Noch nicht ein einziger Multiple-Sklerose-Patient auf der ganzen Welt ist  durch irgendein Mittel für dauernd geheilt worden, abgesehen durch meine Diät-Kur.

Heute kann  ich auf  Grund eines riesigen Krankengutes folgendes sagen: "Wenn  bald nach  der ersten Feststellung einer multiplen Sklerose meine  Diät-Therapie angewandt  wird, dann kann man mit einer Heilung  in fast  allen Fällen rechnen. Es gibt einige wenige foudroyant  verlaufende Erkrankungen, bei denen die Patienten bereits  im ersten  Jahre zugrunde  gehen. Ihre  Zahl dürfte aber 5% nicht überschreiten. Diese Fälle sprechen auch auf meine Diät-Therapie nicht  an." Ist das Leiden weiter fortgeschritten, sinken natürlich die Erfolgsaussichten. Wenn das Zentral-Nervensystem im  Verlaufe der Jahre sklerosiert, also leblos ist, gibt es natürlich keine Heilung mehr. Man sollte aber nicht so leicht die Flinte  ins Korn  werfen. Kam  doch erst  kürzlich (Frühjahr 1967) ein  Multiple-Sklerose-Patient, L.  K. aus  A., geboren am 25.4.1908, zu  mir in  die Sprechstunde,  der seit  1940 an multipler Sklerose  erkrankt war.  Die Diagnose "Multiple Sklerose" wurde in der Universitäts-Nervenklinik X 1940 und 1943 gestellt. Keine Therapie  hatte Erfolg.  Ab 1946  fuhr er im Rollstuhl. Im Frühjahr 1964  kam er  zu mir in ärztliche Behandlung. Er führte streng die  Diät-Kur durch und stellte sich halbjährlich in meiner Praxis  vor. Ganz  langsam besserte sich sein Zustand. Heute (März 1967)  geht er  nach dreijähriger Kur im Zimmer frei (ohne Stock) spazieren, nachdem er sich 20 Jahre lang nur im Rollstuhl fortbewegen konnte.  Natürlich sind  solche Fälle  auch bei  uns eine große  Ausnahme. Aber  sie zeigen doch, daß das Zentralnervensystem, wenn  es noch  nicht sklerosiert  ist,  trotz  langer Krankheitsdauer sich noch regenerieren kann. Man soll also nicht so schnell verzagen.

[52] Evers:  Meine Therapie  der multiplen Sklerose. Monatskurse für ärztl. Fortbildung vom 15. Okt. 1954
[53] Schuppien:  Die Evers-Diät. Theorie und Praxis einer diätetischen Therapie der multiplen Sklerose und anderen Erkrankungen des Menschen. Stuttgart 1955, Hippokrates-Verlag
[54]  Kanzow:   Klinische  Therapie-Prüfung.  Ärztl.  Mitt.  vom 30.4.1960
[55] Jores:  Die Medizin  in der  Krise unserer  Zeit. Bern  und Stuttgart 1961, Verlag Hans Huber

Dr. med. Joseph Evers: Warum Evers-Diät? (1. Auflage 1967)
Heidelberg: Karl F. Haug Verlag, 11. Auflage 1989 , Seite 67-69


 
 
 
 
 
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