Dr. Hans-Heinrich Reckeweg's großes Verdienst ist m.E. die Systematisierung aller Erkrankungen in seiner 6-Phasen-Tabelle der Homotoxikosen. Die Tabelle zeigt zusammen mit vielen Fallbeispielen wie der Organismus zu immer massiveren Rettungsmaßnahmen greifen muss und damit, dass keinerlei 'böse Feinde im Außen über uns herfallen', sondern dass der moderne Mensch sich sytematisch vergiftet und die notwendigen Ausscheidungs- und Deponierungs- Maßnahmen des Körpers übersieht oder für 'normal' hält.
   
Hier noch einige Zitate aus seinem Buch 'Homotoxikologie, Grundlagen einer Synthese der Medizin':


Nach der Homotoxinlehre sind alle jene Vorgänge, Zustandsbilder und Erscheinungen, die wir als Krankheiten bezeichnen, der Ausdruck dessen, dass der Körper mit Giften kämpft und dass er diese Gifte unschädlich machen und ausscheiden will. Entweder gewinnt dabei der Körper oder er verliert den Kampf. Stets aber handelt es sich bei jenen Vorgängen, die wir als Krankheiten bezeichnen, um biologische, d.h. naturgerechte Zweckmäßigkeitsvorgänge, die der Giftabwehr und Entgiftung dienen.


Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Genussgifte mehr oder weniger suspekt auf Pathogenität und sollten nicht nur bei allen Patienten (zwecks Erzielung baldiger Heilung), sondern auch bei bisher noch Gesunden zwecks Erhaltung der Gesundheit (= Freiheit von Giften und Giftschädigungen) so weit wie möglich – am besten völlig und endgültig – gemieden werden.


…Derartige Rückvergiftungen, die oft auch durch Medikamente ausgelöst werden und den sog. Therapieschäden entsprechen, zeigen sich auf der Tabelle der Homotoxikosen als progressive Vikarationen. Dem gegenüber wird durch Biotherapeutika und Antihomotoxika niemals ein Therapieschaden ausgelöst…


Unter Einbeziehung und homotoxikologischer Wertung zahlreicher Versuche aus der Enzymologie, z.B. des Galaktosidase- Versuchs von Wallerfels und Weill, sowie des Kortisonversuches von Hauss mit Bestimmung der Einbauraten bzw. der Einlagerung von 35S- Sulfaten in das Bindegewebe unter der Wirkung verschiedener Verdünnungen von Kortison u.a. wird nämlich deutlich, dass die aufbauenden, lebenserhaltenden Reaktionen sich in submikroskopischen, molekularen Bereichen abspielen und dass sich die gewünschten therapeutischen Wirkungen ebenfalls in feinsten Größenordnungen entfalten.
Grobe Konzentrationen pflegen auf molekulare Strukturen vielfach vernichtend, kanzerogen, teratogen, toxikologisch, z.B. auch „pharmakologisch“ im Sinne AMG zu wirken.


Dabei dürfen allerdings die bei Anwendung moderner Chemotherapeutika, Antibiotika usw. möglichen Schädigungen bzw. Gefahren nicht unterschätzt werden, da nach Fuhrmann bleibende Mutationen in Anbetracht der sonst üblichen Reparaturmechanismen praktisch allein durch moderne Pharmaka möglich sind.


Toxische Wirkstoffe rufen im Fließsystem Mensch Abwehrerscheinungen hervor, die als Krankheiten in Erscheinung treten und den Zweck haben, das toxisch gestörte Fließgleichgewicht wiederherzustellen.
Damit müssen alle Krankheiten auch als biologisch zweckmäßige Giftabwehrvorgänge definiert werden bzw. als der Versuch des Organismus, Giftschädigungen wieder auszugleichen….
Nach der Homotoxinlehre sind Krankheiten also biologisch zweckmäßige Heilungsversuche.


Es ist, soweit mir bekannt und in meiner jahrzehntelangen umfangreichen Praxis niemals vorgekommen, eine Schädigung des Patienten etwa dadurch erfolgt, wie immer wieder angeführt wird, dass ihm ein allophatisches, lebensrettendes Arzneimittel vorenthalten wurde, z.B. Cortison, Penizillin oder andere. Umgekehrt aber sind schwerste Schädigungen aufgrund unbedachter Anwendung von nicht indifferenten Therapeutika bei einem großen Teil der Chronisch-Kranken feststellbar, oft auch im Rahmen akuter Zusammenbrüche…


Zahlreiche Phasen finden ihre Auflösung bzw. Beendigung durch den Ablauf einer Krise in einer anschließend erfolgenden Ausscheidungen, so z.B. Furunkel, Abszesse, Otitis media, Phlegmonen, Karbunkel, die mit Entleerung des Eiters abklingen, Grippe, die nach Schleimabscheidung entfiebert, Juckreiz, der nach Aufkratzen der Bläschen sistiert usw.