Unser ‚gutes‘ Essen
Wir sind eine Gesellschaft von Genießern. Unsere Gastronomen, Winzer und andere Wohltäter sind ständig bemüht die Kulinarlandschaft zu bereichern und Produkte zu verfeinern.
Wollen wir uns etwas besonderes leisten, einem Fest die Krone aufsetzen, gibt es hochexquisite Leckereien. Will jemand etwas besonderes schenken, sind es meist seltene, teure und erlesene Weine, Spirituosen, Konfisseriewaren oder andere Gaumenfreuden.
Schon Kinder ‚funktionieren‘ mit Leckereien am allerverlässlichsten, wie Sexualtäter und Omas wissen.
Unser Glück scheint also zu großem Teil über orale Reize stimuliert zu werden.Nun sehen wir uns obiges Szenario einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel an:
Wären wir nur einige Breitengrade weiter zur Welt gekommen, würde es uns allein beim Geruch all der westlichen Köstlichkeiten vor Ekel schütteln. Stattdessen wären vielleicht unsere Wonnen mit den fallweise aufgefundenen fetten Engerlingen verbunden, unser Lieblingsessen wären verfaulte Eier, unsere Leibspeise Stinkfrüchte oder Schafaugen.Wie können so verschiedenartigen Vorlieben zustande kommen?
Ganz einfach! Sie werden anerzogen!
Kaum ein Baby isst seinen gekochten Brei ohne ihn vorerst einmal auszuspucken. Kein Kind erträgt auch nur den Geruch von Wein. Kein Jugendlicher findet Zigarettenrauch attraktiv. In den überwiegenden Fällen reagieren Kleinkinder auf die ersten Fleischspeisen bzw. auch nur Suppen sogar mit Fieberschüben.
Doch wie wird mit diesen Reaktionen umgegangen?
Sie werden mit sanftem Gesellschaftsdruck und Beharrlichkeit niedergerungen!
Diese unsägliche, vom Babymund ausgepresste Breipampe wird solange wieder eingefüllt – man stelle sich vor, auch noch in waagrechter (=hilfloser) Lage! – bis der Widerstand erlahmt bzw. der Hunger überwiegt.
Der Ekel gegen Alkohol und Rauch wird durch unglaublichen gesellschaftlichen und werblichen Druck überwältigt.
Und die derartig unartgerechten Speisen, die sogar Krankheitssysmptome hervorrufen, werden so lange verdünnt und durch regelmäßiges Anbieten angewöhnt, bis der Körper die natürliche Abwehr einstellt und sozusagen in eine resignative Starre fällt.Wie kann aber, unsere auf Lebenserhalt ausgerichtete Natur so gravierende Fehler machen und lebenserhaltende Speisen ablehnen?
Wieder ganz einfach!
Wir lebten Jahrmillionen in freier Natur und passten uns sowohl an dieses Umfeld als auch an das vorhandene Nahrungsangebot perfekt an. Unser Geschmacks- und Geruchs- Sinn waren die einzigen Wegweiser die uns verlässlich durch die Evolution brachten. Die so entstandene Pflanzen/ Pflanzenfresser- Symbiose funktionierte perfekt aber denkbar einfach:Alles was gut schmeckt, gut riecht, tut uns gut.Dieses Prinzip ließ uns nicht nur Medizin- und Wissenschafts- los über die Jahrmillionen kommen, sondern ermöglichte uns auch den kometenhaften Aufstieg vom ‚simplen‘ Einzeller zum unvorstellbar komplizierten, hochkomplexen homo sapiens.
Alles was uns nicht schmeckt, nicht ansprechend riecht, ist nicht zuträglich und wird abgelehnt.Alles was uns entspricht, wird weiterverbreitet, d.h. gefördert.
Alles was uns nicht entspricht, wird nicht gefördert.Auf Grund der biologischen Langsamkeit, bewohnen wir bzw. unser schnelle und innovative Geist, im Prinzip heute noch einen Körper den auch unsere, mit den heutigen Primaten gemeinsamen, Vorfahren nutzten. Oder in anderen Worten: wir haben immer noch die paradiesischen Körper Adam und Eva‘s.
Wir funktionieren also noch genau so einfach und verlässlich wie vor 5 Millionen Jahren:Gut (riechendes/ schmeckend)es ist (für uns) gut, Schlechtes ist schlecht!
Geändert hat sich bloß das Nahrungs- Angebot!Und damit kommen wir zu den eingangs beschriebenen Kleinkind- Reaktionen. Sie zeigen uns noch unverbildet unsere wahren Bedürfnisse. Sie lehnen Gekochtes, Alkohol, Rauch und ähnlich lebensbedrohliche Substanzen ab, nehmen aber problemlos bis begeistert frische, unmanipulierte Naturprodukte.
An Rohkostkindern und Primaten läßt sich auch leicht beobachten, dass übliche Erklärungen wie ‚unvermeidliche Kinderkrankheiten‘, Dreimonatsfieber‘, Milchschorf‘, ‚es muss das Essen erst lernen‘, etc. nur für ‚Zivilisationskinder‘ mit unartgemäßer Ernährung zutreffen.Das heißt aber nichts anderes, als dass unseren Sinnen die Jahrtausende unserer Zivilisation nicht reichten, sich an die neuen (gekochten, verarbeiteten) Nahrungsmittel anzupassen. Sie funktionieren (unverbildet) noch genau wie zu Primatenzeiten.
Also liegt der Schluss nahe, dass auch die nachgeschalteten Verdauungs-/ Verarbeitungs- Organe und Strategien noch nicht (restlos) an unsere heutige Zivilisations- Ernährung angepasst sind.
Und tatsächlich zeigen unzählige Erfahrungsberichte von Rohköstlern und Beobachtungen von naturnah lebenden Ethnien, dass über 80% unserer gesundheitlichen Probleme darauf zurückzuführen sind, dass der Körper die, ihm unbekannten, da verarbeiteten und damit ‚zu neuen‘ Speisen ausscheiden oder deponieren muss, was wir dann Krankheit nennen und u.U. auch noch unterdrücken!Das allerdings, ist bloß der einfachere Teil des heutigen Ernährungsdilemmas. Dieser wäre mit einem Blick auf Unverbildete, a la ‚Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder‘, ‚Von Kindern soll man lernen‘, leicht zu erkennen.
Schwieriger ist es mit den Produkten, die sich Küchenentwicklungs- geschichtlich so ergeben haben oder bewusst designt wurden, unseren Sinnen zu entsprechen ohne aber, die ‚alten‘ damit verbundenen Inhaltsstoffe auch tatsächlich mitzuliefern.
Diesen hinterhältigen ‚Mogelpackungen‘, denen süßigkeitsbedürftige und mit hohlen Industriezuckern abgespeiste und ruinierte Kinder genauso zum Opfer fallen, wie, mit Synthetik- Inhaltsstoffen betrogene Gesundheitsbewusste, kommt man nur auf die Spur indem man sich ständig genauestens informiert, recherchiert, (Werbe-) Aussagen hinterfragt ...
Mit einem Wort sehr, sehr viel, da sich die Situation auch noch ständig ändert, Sysiphusarbeit auf sich nimmt.Aus dieser Position wirken dann die, mit 'Zähnen und Klauen' ihr, ihnen zwar ursprünglich ebenfalls aufgezwungenes oder anbetrogenes Essen, Verteidigenden ähnlich einem Kind, das nicht und nicht auf seinen 'guuuten Schnuller' verzichten will und sich damit seine weitere Entwicklung verunmöglicht, bis - mit genügend Beharrlichkeit und Ausdauer - sich heillos lächerlich macht.
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Oder ganz schlicht und einfach, sich anfangs belächeln und bekopfschütteln zu lassen, da man zu der Nahrung zurückgekehrt ist, die schon unsere vorzivilisatorischen Verwandten schätzten, die gesund und artgerecht ist, jede Menge an Energie und Arbeit spart, nach einer Umgewöhnungsphase – Gerechtigkeit sei dank! – auch herrlich paradiesisch schmeckt und weit abwechslungsreicher und vielfältiger ist als sich ‚Normalköstler‘ das vorstellen können.
Auch wer schon die Fassungslosigkeit von Exrauchern erlebt hat, sich einst 'freiwillig' diesem penetranten Gestank und Mundgeschmack, auch noch mit vermeintlichem Genuss, ausgesetzt zu haben, erlebt hat, kann ermessen, wie es nach der Normalkost bzw. einer Ernährungsumstellung Richtung Frisch-/ Rohkost, weitergeht.
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