Die nachfolgenden Erfahrungsberichte sind dem schwedischen Buch
DIE BASISALLERGIE UND IHRE URSACHE
von Ursula Jonsson – Kampsmeyer entnommen.
Das Buch ist in seiner Konsequenz zwar weit von Rohkosternährung entfernt, die Erfahrungsberichte aber klingen gerade deshalb um so beeindruckender, als sie schon allein durch Weglassen von Milch und/ oder Getreide erreicht wurden.
 
 

"Ich habe über 30 Jahre lang an Migräne gelitten und nichts half, nicht einmal Akupunktur.... als ich Milch und alles Getreide ausschloß, brauchte ich nach einigen Tagen kein ”Cafergot” mehr einzunehmen. Immer noch meldet sich die Migräne an, wenn ich mit dem Essen unvorsichtig bin."



Ich bin 36 Jahre alt und habe seit fast zehn Jahren eine Menge verschiedener Beschwerden: Muskelschmerzen, Nervenschmerzen (Gesicht, Arme und Beine), Schwierigkeiten, den Boden unter den Füßen zu spüren, Problem mit dem Darm (Durchfall), Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und zeitweise Juckreiz. Gerade jetzt geht es mir richtig gut. Ich bin bei einem praktischen Arzt, einem Neurologen und in der Klinik für innere Medizin gewesen, aber niemand findet einen physischen Fehler. Seit 15 Jahren bin ich Laktovegetarier und bewege mich soviel wie ich in meinen "besseren" Perioden kann.
Als kein Arzt eine somatische Erklärung für meine Beschwerden finden konnte, mußte ich ja selber versuchen herauszufinden, was die Ursache war. Die Frage war, ob ich gegen ein Lebensmittel allergisch war oder ob es etwas anderes in meiner Umgebung war, das ich nicht vertrug. Zuerst dachte ich an Gluten- Laktos- und Quecksilberallergien. (Amalgam). Am einfachsten war ja, Mehlprodukte auszuschließen, und das tat ich nach einer Fastenperiode. Nach nur weinigen Tagen ließen die Schmerzen nach. Der Körper wurde geschmeidiger, und ich konnte wieder arbeiten. Ich hielt diese Diät mehrere Monate und unternahm im Sommer 84 ohne Probleme eine 1000 km lange Fahrradreise. Nach meiner Rückkehr ging ich zum Arzt und bat um eine Dünndarmbiopsie. Diese wurde im Dezember 84 gemacht. Da ich wußte, daß die Schleimhaut heilt, wenn man auf Gluten verzichtet, aß ich mehrere Wochen vor dem Test Brot. Man fand trotzdem keine Zeichen an der Schleimhaut des Dünndarmes und ich wurde davon informiert, daß ich nicht glutenallergisch sei. Eine Blutprobe zeigte dasselbe. Zeitweise habe ich danach Brot gegessen und immer gefunden, daß es mir dann schlechter ging.


In einer sehr schweren Periode mit Verdauungsbeschwerden, Ekzem, Asthma usw. kam ich vor anderthalb Jahren darauf, daß ich kein Weizenmehl vertrage. Ich teilte diese Entdeckung meiner Mutter mit, die sofort mit der Verwendung von Weizenmehl aufhörte und sich selbst von jahrelangem Durchfall befreite.


"Seit sechs Jahren interessiere ich mich für glutenfreie Kost... Ich hatte dauernd Verstopfung, aber nach zwei Wochen mit glutenfreier Kost war der Stuhlgang normal. Mein ständiger Hunger verschwand auch, und psychisch fühlte ich mich sicherer." - "Ich hatte seit meiner Kindheit Verdauungsbeschwerden. Sie wurden immer schlimmer. Ich habe viele verschiedenen Medikamente dagegen bekommen. Vor einigen Jahren machte man auf der Magen-Darmabteilung in unserem Krankenhaus alle möglichen Untersuchungen und konnte aber nichts Krankhaftes feststellen. Man glaubte daher, daß meine Beschwerden psychosomatisch seien und schickte mich zu einem Psychiater. Mit Hilfe einer Freundin, die ähnliche Beschwerden hatte, bin ich jetzt mit 34 Jahren selber darauf gekommen, daß ich weder Milch noch Mehl vertrage.
Ich hatte im Enddarm anderthalb Jahre eine Wunde, die zeitweise blutete. Als ich meine Ernährung umstellte, heilte sie. Mir geht es jetzt auch nicht mehr wie früher immer mehr oder weniger schlecht. .Es würde sicher vielen helfen, wenn man wissenschaftlich beweisen könnte, daß wir viele sind."


...fastete ich zwanzig Tage und trank nur Saft. Ich nahm ab und es ging mir dabei ausgezeichnet. Aber danach befiel mich eine Brotmanie. Die machte mich in einer Woche fett, und die psychischen Beschwerden schlugen wie auf Bestellung zu.” "Ich habe getan, wie Sie sagten und merkte, daß Milch, Sahne, Käse und alles gewöhnliche Mehl für mich nicht verträglich sind...
18 Monate später von derselben Briefschreiberin: ...Ich fühle mich wie ein anderer Mensch, kann kleinere und hübschere Kleidung kaufen. Die Schmerzen sind weg, und ich habe seitdem nicht einmal Medizin gegen mein Asthma gebraucht.


In meiner Arbeit als Psychiater seit bald 20 Jahren - sowohl mit Kindern als auch Erwachsenen - habe ich eine immer stärkere Überzeugung gewonnen, daß viele psychische Krankheiten gerade von Basislebensmitteln beeinflußt werden können. Z.B. Gertrud:
Gertrud fand selber, daß sie alles hatte, was sie sich wünschte: eine glückliche Ehe, gutentwickelte Kinder und eine kreative, selbstständige Arbeit. Ihr Mann hatte eine hohe, gutbezahlte Stellung in der Industrie. Er teilte mit ihr eine Neugierigkeit und Unternehmungslust, die das Paar an viele interessante Plätze auf unserem Planeten geführt hatte. In ihrer Arbeit bekam sie viele Erfolgserlebnisse. Aber trotzdem war sie nie zufrieden. Wenn der Herbst und das Frühjahr kamen, verwandelte sich diese unberechtigte Unzufriedenheit in eine tiefe und dunkle Depression. Woher kam ihre Angst? Gertrud war eine intelligente Frau, sie akzeptierte ihre eigene Unzufriedenheit und destruktiven Gefühle nicht; denn ihr Verstand sagte ihr, daß sie krankhaft sein müssen. Die einzige Hilfe, die sie bekommen konnte, waren Psychopharmaka, und daran wollte sie sich nicht gewöhnen.
Sie las alles, was sie auf dem Gebiet in die Hand bekam, und suchte Jahr für Jahr nach einer Erklärung. An einem schönen Herbsttag traf ich sie, und sie erzählte von ihrer Hölle. Aber gerade in jenem Herbst äußerte sich die Depression weniger heftig als in anderen Jahren, und darüber grübelte sie auch. Wir kamen zu folgendem Gedankengang: Gertrud vertrug offenbar keine Milch. Sie hatte im Sommer zusammen mit ihrem Mann einige Wochen in Lateinamerika zugebracht, wo sie weder Milch getrunken noch Käse gegessen hatte. Während dieser Zeit hatte sich ihr Körper von der Milch "erholt". Die Zeit in Südamerika hatte denselben Effekt wie Fasten. Der negative Einfluß der Milch nach der Reise war noch nicht genauso stark wie vor dem "Milchfasten" - eine Parallele zum Saftfasten vieler Allergiker vor der Pollenperiode. Klar, daß Gertrud sofort alle Milch ausschloß - und die Depression ließ nach. Gleichzeitig verschwand auch ihre ewige Müdigkeit und periodische Kraftlosigkeit. Ihr Selbstvertrauen wuchs, und sie fing an, überhaupt positiver zu denken. Sie brauchte jetzt auch weniger Schlaf und wurde von ihren qualvollen Alpträumen, die sie den größten Teil ihres Lebens verfolgt hatten, befreit.


Trotz meiner Beschwerden halten mich die Ärzte für gesund, abgesehen vom Asthma, das ich "akzeptieren" muß. Hinsichtlich meines Haarausfalles muß ich "warten und sehen", und wegen meiner unregelmäßigen Menstruation "Das kommt schon mal vor. Sie können wiederkommen, wenn Sie Probleme bekommen, wenn Sie ein Kind haben wollen." (23 Jahre)
Der Arzt der Briefverfasserin hatte offenbar von Claes Hallerts Forschung nichts gehört: Bei Zöliakie (Glutenintoleranz) werden sowohl die Menstruation der Frau als auch ihre Fertilität beeinflußt. Im Vergleich mit anderen bekommt ein Mädchen mit Zöliakie ihre Menstruation einige Jahre später... Die Unfähigkeit, Kinder zu bekommen, die Infertilität, bereitet oft bei unbehandelter Zöliakie große Probleme... Man trifft manchmal Frauen an, die schon nach einigen Monaten mit Kost ohne Gluten zu ihrer großen Überraschung schwanger geworden sind." Er schreibt auch, daß Haarausfall bei Glutenintoleranz nichts Außergewöhnliches ist.


Buist berichtet über einen Fall, wo eine elfjährige rheumatoide Arthritis nach Einführung milchfreier Diät schnell nachließ. Nach zehn Monaten Symptomfreiheit erkrankte der Patient nach Verzehr von Milch und Käse wieder innerhalb von 24 Stunden. (Buist, Robert, "Food Intolerance" Prism Press 1985, ref. till Park, A. & Hughes, G. Brit. Med. J. 282, 2027-2029, 1981)


Anneli war 33 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und wog 39 kg. Sie litt an Morbus Crohn; darum hatte man ihr schon im Alter von 16 Jahren ein Stück vom Darm wegoperiert. Außerdem war sie extrem allergisch gegen so gut wie alles: Hausstaub, Pollen, Birken, Druckerschwärze, Nickel, Pelztiere, Äpfel, Fisch, Milch, auch gegen Mehlstaub. Sie konnte also keinen Kuchen backen. ”Da können Sie wohl auch kein Brot essen?" fragte ich spontan. "Doch, warum nicht?" "Brot besteht ja aus Mehl, und beim Essen wird der Kontakt mit dem Allergen besonders intensiv." "Die Ärzte sagen jedenfalls, daß ich Brot essen kann. Vielleicht werden die Allergene durch das Erhitzen beim Backen verändert?" "Das ist jedenfalls nicht bei Eiern der Fall. Eiallergiker reagieren sowohl auf rohe als auch auf gekochte Eier."
Schon lange hatte Anneli weder Milch noch Milchprodukte zu sich genommen. Nach unserem Telefongespräch vermied sie auch Getreide. Drei Wochen später rief sie wieder an: "Jetzt bin ich gesund. Sie hatten recht, es war das Brot." Sie hatte schon ein Kilo zugenommen, die Verdauung war normal und sie reagierte nicht mehr auf Hausstaub, Äpfel und alles andere. Einige Tage später konnte sie zu arbeiten anfangen. Nach und nach nahm sie elf Kilo zu. Ihr ganzes Leben war Anneli Pollenallergikerin gewesen; aber als der Frühling im Jahr darauf kam, konnte sie ihn voll genießen, ohne Asthmaanfall, Schnupfen, Sprays und Tabletten.


Die meisten Pharmaka enthalten Laktose oder Efamol mit Vitamin E von Weizenkeimöl, obwohl viele Kranker sie, auf Grund ihrer Milch- oder GetreideAllergie nichtvertragen (eine einzige Vitamintablette kann Depressionen auslösen!).


Eines Tages rief mich eine ältere Dame an. Sie hatte früher Angina pectoris und einige Herzinfarkte und außerdem eine Reihe anderer Wehwehchen gehabt. Darum hatte sie sich auf Vegankost (ohne Milch) umgestellt und war seitdem von ihren Herzbeschwerden verschont geblieben. Aber eines Tages, als sie sechs oder sieben Jahre Milch gemieden hatte, hatte sie bei Bekannten einem Reisauflauf nicht widerstehen können, eine große Portion gegessen - und einen Herzinfarkt bekommen.
 
 
 
 
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