DAS BILD UNSERER VORFAHREN
das durch die Medien, Schulbücher und Köpfe
geistert tut mir im Herzen weh.
Erst kürzlich zeigte eine BBC- Doku über die
Neanderthaler im ORF, dass, trotz imposanter Wissenschaftlicher Beratung
im Nachspann, der 'wir sind die Krone der Schöpfung'- Unsinn noch
immer fröhliche Urständ feiert.
Dieser bewirkt mit erstaunlicher Regelmäßigkeit,
dass je weiter zurück in der Evolution, um so wilder/ brutaler, dumpfer
und bösartiger das dargestellte Bild wird.
Ich dagegen ertappe mich immer häufiger bei der
umgekehrten Sicht. Ich denk mir, das Paradies gabs schon einmal und der
Mensch ist bloß eine Mutation, die das ganze wieder ruiniert hat
oder auf dem besten Wege dazu ist.
Denn sicherlich hat kein Wesen vor uns ein derartig hohes
Maß an Leid, Ausrottung und Zerstörung bewirkt und mitverursacht,
als der Mensch.
Noch dazu sind wir von der Perfektion der wildlebenden
Wesen meilenweit entfernt. Sie verbrauchen weder unsere gigantischen RessourcenMengen
noch brauchen sie überhaupt all die Krücken, ohne die wir nicht
mehr lebensfähig wären. Sie schaffen ihre Versorgung, Abfallentsorgung,
Behausungsfrage, Jungengroßzucht ganz ohne Medizin, Schulen, Psychologen,
Instituionen, Fabriken, Maschinen, etc. Sie leben eine ökonomisch,
wie ökologisch perfekte Kreislaufwirtschaft, ohne 38 StundenWoche,
ohne EinkaufsStress. Sie ziehen, im Gegensatz zu uns, die wir trotz Schulen,
Psychologen, Medizin und unzähligen anderen Hilfen und Institutionen
dennoch ein erschreckendes Maß an degenerationskranken, sozialgeschädigten
und neurotischen Lebensversagern (*1) schaffen, ganz ohne Hilfsmittel einen
gesunden, lebenstüchtigen Nachwuchs heran. Sie leben perfekt angepasst
an ihre Mitwelt.
Auch optisch erscheint mir jedes Reh, jede Schlange,
jeder Gorilla in seinen Bewegungen, seinem Verhalten harmonischer als die,
in HausSchuhen Milch holende, Großstädterin oder der Bierdosen
kippende Würstlbuden- Besucher.
Auch sensorisch sind uns die Tiere trotz unserer unzähligen
Hilfsmittel weit überlegen; nicht zufällig werden sie für
GewässerreinheitsChecks, Erdbebenwarnung, etc. von uns verwendet um
nicht zu sagen missbraucht. Missbraucht wie die unzähligen Nutztiere
die von uns lebenslang gequält und schließlich getötet
werden. Nichts dergleichen gibt es in der Tierwelt. Selbst die ‚Schlimmsten‘,
die Raubtiere nehmen nur die jeweils Schwächsten und kommen damit
bloß dem Schicksal zuvor.
So könnte man jetzt noch unzählige Punkte,
wie Intelligenz, Sozialverhalten, Reinlichkeit, Gesundheit, etc, durchgehen.
In jedem Einzelnen sind uns die (zugegebenermaßen auch evolutionsgeschichtlich
älteren) Tiere überlegen:
- wie nutzen wir unsere hochgepriesene Intelligenz? Zur
Zerstörung des Planeten! Zur Aufblähung der Institutionen! Jede
'dumme' Maus arbeitet bzw. lebt effizienter als jedes unserer 'hochoptimierten'
Systeme.
- Wo gibt es Drogenprobleme, Obdachlose, Verwahrlosung,
Vergewaltigung, Kontaktarmut? Bei Flusspferden, Zebras? Nein, in unserer
Gesellschaft! Je zivilisierter, desto größer die Probleme! Der
Tabak, der jahrtausende problemlos von den Indianern genossen wurde ist
bei uns zum Suchtmittel Nr.1 und Killer von zig Millionen geworden.
- Wozu führte unser Hygienewahn? Zu Reinigungsmittel-
verschmutzten Gewässern, zu Bergen von Müll! Haben die Schimpansen
AIDS- Probleme, hatten die Ratten die Pest? Nein, Herr und Frau Saubermann
lassen putzen und desinfizieren um dennoch alljährlich von ein paar
Bazillen ins Bett geschickt zu werden.
- Wer braucht Krankenhäuser, Medikamente? Wer hat
Herz-KreislaufErkrankungen, Asthma, Allergien? Keine der angeführten
Erkrankungen, wie auch unzählige weitere, die wir nicht zufällig
ZivilisationsKrankheiten nennen, wurde bei wildlebenden Tieren beobachtet.
- ....
Und wie wird dieser zwischen uns und dem Tier stehende
SteinzeitMensch dargestellt? Mit den harmonischen Bewegungen der Affen?
Mit dem fairen, hochentwickelten Sozialverhalten der Säugetiere? Mit
der feinwitternden Sensorik aller wildlebenden Wesen?
Nein, als vierschrötiger, dumpfer und plumper Halbaffe
mit kaputten Zähnen (*2) der vergewaltigt und parasitenübersäht
inmitten von stinkenden Essensabfällen lebt. Es wird herumgeschrien
und gegrunzt, obwohl die Verhaltensforschung Jahrzehnte brauchte, um die
feinen KommunikationsSignale der Tiere überhaupt erst als solche wahrzunehmen
(Stichwort: nur Menschenkinder weinen!).
Im erklärenden Text dieser peinlichen Dokumentation
wurde ihm sogar unterstellt, dass Kinder keinen ‚hohen Wert‘ besaßen,
obwohl sich ausnahmslos jede Menschenmutter ein Beispiel am liebevollen
und toleranten Umgang der Primaten, mit ihren Kindern nehmen könnte.
Es wurde schwadroniert, dass jede Verletzung das sichere
Todesurteil bedeutete, obwohl es unzählige Funde von verheilten Knochenbrüchen
gibt....
Mich berührt die Darstellung und Missachtung der
Fähigkeiten unserer Vorfahren sehr unangenehm und ich hätte sie
gerne durch eine harmonische ParadiesSicht ersetzt gesehen. Dass das auch
der Wirklichkeit sicherlich näher kommt, zeigen (noch) unsere nächsten
Verwandten in den paradiesischen Urwäldern. Aber anstatt bei ihnen
zur Schule zu gehen schicken wir lieber die AbholzTrupps....
Ich bitte Euch, jede Gelegenheit, dieses leider allgegenwärtige
Zerrbild zu korrigieren, zu nutzen.
*1) das klingt schlimm, jede dieser 4 'Unterstellungen' ist
aber belegbarer Fakt. Allein schon, wenn man bedenkt an wievielen lebenswichtigen
Hilfskonstrukten der moderne Mensch hängt, wird klar wie lebensunfähig
der auf sich gestellte Einzelne schon ist.
*2) Nichteinmal das ist der Wissenschaftlichen Beratung
aufgefallen, dass in ein und derselben Sendung jeweils schwarzbraune ‚Horror’Zähne
im Mund der Darsteller neben weißen Perlen in den Schädelfundstücken
gezeigt wurden.
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