Dem folgenden Text liegt der ketzerische Gedanke, die verblüffende Beobachtung zugrunde, dass die Natur trotz aller 'Dummheit' seiner Mitglieder (Einzeller, Pflanzen, Tiere) und trotz aller Nichtzielgerichtetheit und Absichtslosigkeit der Evolution ein unvergleichlich harmonischeres Gleichgewicht und ein weitaus höherentwickeltes EthikErgebnis erzielt hat, als der Mensch, der trotz seines (weit überbewerteten) Geistes, seiner großen Philosophen, Religionen und Ethikkommissionen durch Kriege, Holocaust, Umweltzerstörung, Müllprobleme, MinderheitenUnterdrückung, (hausgemachte) Hungerkatastrophen, Sklavenhaltung, Fulltimjobs, Ausbeutung, usw. 'glänzt'.
 
 

Gibt es eine rohköstliche Philosophie?

Das Leben als Rohköstler wirft soviele neue Fragen auf, dass ich natürlich auch immer wieder versuche Antworten zu finden, die ich hier auch zur Diskusion stellen möchte.
‚Normalköstler‘ für die es nach wie vor selbstverständlicher Fakt ist, dass

werden dem folgenden Text nicht viel Sinnvolles abgewinnen können.
Hat man aber da alles sofort sinnlich erleb- und erfahrbar ist, wird das Leben einfach und erst dann zum wirklichen ErLeben.
Mir wird immer augenfälliger, dass Lebewesen umso perfekter angepasst, effizienter, reibungsfreier und nischennutzender leben, je (evolutionär) älter sie sind.
Während 'Neulinge' um so instabiler sind, hyperaktiver und rücksichtsloser um ihr Überleben strampeln, je (evolutionär) jünger sie sind; der 'Neuling' Mensch ist hierfür ein nur allzu gutes Beispiel.
Oder mit anderen Worten:
Unser weit überschätztes (in der Evolution neues) Denken stellt bloß eine ‚untere (Einzel)Geistebene‘ dar, die zwar interessante Ergebnisse bringt, aber für das Gesamtergebnis unerheblich ist. Gelebt wird nach den Gesetzen einer übergeordneten eigenen Geistigkeit.
Ich möchte im folgenden dieses – zumindest für mich neue – Weltbild konkreter formulieren:
Es leben von der Blaualge bis zum Menschen unzählige, unterschiedliche Arten auf diesem Planeten. Die einzelnen Arten nutzen unterschiedliche Fähigkeiten und Ressourcen. Nicht allein der Einzelne, die einzelne Art aber, sondern die Evolution/ die Gemeinschaft/ das Netzwerk entscheidet darüber, wer überlebt, wessen Strategie erfolgreich ist.
Die heutige Welt stellt sich uns als Mischung von gleichberechtigten, gleich erfolgreichen
  • hochgeistigen, menschlichen EvolutionsNeulingen, neben
  • uralten 'strohdummen Einfachstwesen', und
  • allen Stufen dazwischen, dar.
  • Also scheint sich der Erfolg nicht auf Leistung einzelner zu beschränken, sondern von der 'Verträglichkeit' ihres Verhaltens, von der Akzeptanz der Gemeinschaft abhängig zu sein. Das Überleben ist also nicht zwingend von den Einzelleistungen der Gehirne (wenn überhaupt vorhanden) abhängig.
    So entsteht aus diesem ‚zufälligen‘ evolutionären Überleben/ Sterben eine Art übergeordneter Geist, ein immatrielles Gehirn, ein harmonisches Gleichgewicht aller Wesen, eine Natur- Gesetzlichkeit, die mehr ist als die Summe allen Wissens.
    Deren 'dumme', probierende Bestandteile sind ebenso (ge)wichtig wie die hochkomplexen, schon vorausdenkenden Mitglieder.
    Diesem übergeordneten Geist liefern die einzelnen Mitglieder nicht nur Informationen, sondern entnehmen sie (in Form der Genetik?) auch immer wieder.
    So entstanden auch die heute bekannten, unzähligen Arten, die, obwohl teilweise auf unterster Ebene 'strohdumm'(?), wichtige Netzwerkfunktionen wahrnehmen, sich hochsozial verhalten und durch ihr (dennoch) Überleben und Vervielfältigen wichtige, stabilisierende Vorarbeit für die Zukunft leisten. Denn der Schwerpunkt dieses Übergeistes/ Überhirns liegt zweifellos in der unüberschaubaren Vielfalt der Einzelverhalten/ Einzel- Informationen und hier wieder im älteren, besser abgesicherten, stabileren und damit auch mengenmäßig größeren Verhaltenspool.
    Erst diese Stabilität ermöglicht den Neulingen, ermöglicht auch uns, unsere Spielereien, die sich aber erst vor der Instanz des GesamtNetzwerkes bewähren müssen.
    Auf Grund dieser unvorstellbar riesigen und damit auch trägen ‚Masse‘ und der damit zusammenhängenden Tatsache, dass wir den 'Kampf gegen alle' nicht gewinnen können, kann ich mir nur zwei ZukunftsSzenarien vorstellen:
  • wir sind (lange) stark genug, immer weitere Teile des bisher etablierten, harmonisch abgestimmten Systems zu zerstören, um uns damit auch unsere eigene Lebensgrundlagen zu entziehen oder
  • wir fügen uns in diesen wunderbaren Teppich ebenso harmonisch ein, wie schon Myriarden Wesen vor uns.
  • Letzterem steht leider unsere grenzenlose Selbstüberschätzung entgegen, besonders die Überschätzung unseres Denkens.
    Ich wollte mit Obigem keinesfalls unsere Leistungen schmälern, bloß den passenderen Platz dafür, im Gesamtsystem aufzeigen.
    Natürlich sehe ich auch jede Menge menschlicher Positivas, nur kann meines Erachtens weder 'Freude schöner Götterfunke...' die Greuel eines Kreuzzuges, noch der Petersdom, Hiroschima aufwiegen. Noch dazu, wenn uns andere Wesen, so ganz ohne Ethikkommisionen, Philosophen und Päpsten, eine soziale Perfektion vorleben.
    Man könnte auch stark verkürzt sagen:
    Durch die einfache, aber geniale Auslesefunktion der Evolotion, verhält sich jeder Einzeller sozialer, moralischer und effizienter als der Mensch,
    - obwohl er nichts davon weiß.
    Denken hin, Moral her. Letztendlich geht es doch ausschließlich um die Ergebnisse ('an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen').
    Wenn ich den Querschnitt der bisher angepeilten, menschlichen philosophisch/ religiösen Ethikbilder mit dem Querschnitt der ZivilisationsErgebnisse der letzten paar tausend Jahre vergleiche, Unsere älteren Geschwister aber, vom Primaten bis zum Einzeller oder Baum, verhalten sich ganz ohne, oder zumindest mit sehr schlichten (meinen wir zumindest), Einzelgehirnen, ohne Bibliotheken, Wissenschaften, hightec und Heiligen unerreicht effizient und sozial, und bilden ein perfekt harmonisches Netz von nachhaltigen Nischennutzern.
    In Abwandlung des Bernard- Spruches könnte man also sagen, das Einzel(art)hirn ist gar nichts, das Gemeinschaftswissen ist alles. Oder etwas pointierter als Parabel bzw. aus der Sicht der Natur:
    Was juckt es das Gesamthirn, wenn eine seiner Synapsen sich hyperaktiv dauerbeschäftigt, aber keine sinnvollen Ergebnisse liefert?
    Uns sollte bald klar werden, dass wir nicht mehr als eine Synapse im Gesamthirn der Schöpfung/ Natur/ Evolution sind. Diese kann ein wunderbar geborgenes und vom Körper versorgtes Leben führen, aber auch durch beharrliches Stören den Körper schädigen oder letztendlich töten.
    An Letzterem arbeiten wir m.E. dzt. mit Hochdruck. Die andere Variante wäre ein naturnahes, bescheiden zufriedenes Leben mit einem achtsamen und nachhaltigen Verhalten, eben ein NaturPur- Leben.

     
     
     
     
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