Vegane RohkostkinderNach jahrelanger Vollwerternährung ohne Fleisch und Fabrikzucker empfahl mir jemand vor Kalina’s Geburt ein Buch über Rohkosternährung. Nach einer Unterwasser-Geburt Zuhause, bei der auch die beiden Söhne Jan (6) und Roman (3½) dabei sein durften, kam die unerwartete Überraschung: Die Plazenta war verkalkt, zu klein und sah aus, als ob ich stark geraucht hätte. Die Erklärungen, die Ursache sei womöglich in einer stressigen Schwangerschaft begründet, war unbefriedigend.
Versuchsweise ass ich Früchte zum Frühstück. Der Erfolg war frappant. Meine ständige Müdigkeit war weg. Innert zwei Monaten stellten wir bis aufs Nachtessen ganz auf Rohkost um. Nach dem Studium verschiedener Rohkostbücher ist für mich nun klar, dass der schlechte Zustand der Plazenta vom vielen gekochten und gebackenen Getreide herrührte.
Anfangs schied unser Körper durch die Reinigungskraft der Früchte viel Schleim (Schnupfen, Bronchitis) aus. Der Erfolg ist nun auch bei unseren Kindern spürbar. Wir sind alle topfit und aufnahmefähig. Meine Angst, nicht genügend Energie für drei kleine Kinder zu haben, ist längst begraben. Obwohl das 1. Jahr mit Kalina sehr intensiv war, steht mir ein grosses Energiepotential zur Verfügung.Kalina schlief von Anfang an weniger als die andern Babys. Sie lernte schnell. Mit zwei Lebensmonaten nahm sie durch unnachgiebiges Fixieren, Kontakt zu anderen Leuten auf. Mit gutem Gewissen liess ich bei ihr alle Impfungen weg. Ausser einer Bronchitis mit vier Monaten (Ausscheiden des angesammelten Schleims aus der Schwangerschaft) war sie nie krank. Oft fragen Leute nach unserer gesunden Hautfarbe; nach nur 1-2 Stunden an der Sonne sind wir ganz braun.
Nur schwer realisierte ich, wie stark z.B. Brot die Lebensfreude beeinträchtigt. Dies sah ich, als Jan mit seinem Vater Zopf zum Frühstück ass. Danach war er den ganzen Tag mürrisch und müde. Mein Mann Küde war anfangs nicht begeistert von unserer neuen Ernährung. Bald beeindruckte ihn unsere Vitalität, und er stellte langsam auch um. Morgens essen wir Früchte. Das Mittagessen bereite ich aus Gemüse, Nüssen und Salaten zu. Nachmittags gibt es gekeimtes Getreide, Bananen oder Dörrfrüchte. Zum Abendessen Früchte mit Avocados.
Kalina stillte ich 10 Monate lang. Danach gab ich ihr Gurken und Salat, später auch Früchte. Mit 1 1/2 Jahren stillte sie sich ganz ab. Sie ass nun täglich ca. 1/3 Avocado, dazu 1-2 Bananen und Früchte. Sie liebte Alfalfa-Sprossen und ass fast täglich davon. Sie ass auch stärkehaltige Lebensmittel, Nüsse und Samen. Nur konnte sie diese noch nicht verdauen. Für ihren Kalziumbedarf, gab ich ihr täglich etwa drei ausgepresste Orangen. Wichtig für sie sind viel Früchte mit Vitamin C.
Kalina weiss genau, was sie braucht. Inzwischen wissen wir, dass wir uns darauf verlassen können. Jan, der eine Kuhmilchallergie und eine chronische Angina hatte, ist nun beschwerdefrei. Bei Roman verschwand der Pseudo-Krupp, den er bei jedem Schnupfen hatte, sofort. Mit Ausnahme der Kinderkrankheiten waren sie nicht mehr krank. Bei einer Grippewelle, spüren wir 1 bis 2 Tage Müdigkeit und evtl. etwas Kopfschmerzen, dann ist es vorbei.
Einige Jahre später (August 1997):
Jan besucht die 4. Klasse, Roman die 2. Klasse und Kalina die 1. Klasse.
Von der Umgebung werden sie als wach und aufmerksam empfunden. Die Kinder leben sehr naturnah und zeigen grosse Freude und viel Interesse. Bereits kennen sie alle hier kultivierten Obstbäume. Gemeinsam freuen wir uns auf die saisongerechte Erntezeit. Da wir auf dem Land leben, können wir auf Bäume steigen und selbst ernten.Faszinierend ist, mit wie wenig Nahrung die Kinder auskommen. Inzwischen essen wir noch 3x pro Tag. In der Schule nehmen die Kinder morgens eine kleine Zwischenmahlzeit.
Jan und Roman entwickeln sich nun allergiefrei. Beim Verzehr von Brot eines Kameraden sind unangenehme Kopfschmerzen und ein allergischer Schnupfen das Ergebnis.
Da unsere Lebens- und Ernährungsweise von anderen Eltern nicht verstanden werden, ist unser Standpunkt nicht leicht.Inzwischen verfüge ich über eine Liste von wenigen Ärzten, die auch Rohkost empfehlen.Um einen Vitamin B12-Mangel auszuschliessen, geniessen wir regelmässig verschiedene Sprossen und Getreidekeimlinge. Dazu nehmen wir Spirulina und Meeresalgen. Gute Kenntnisse über eine vegane Rohkost ist empfehlenswert.Es ist erstaunlich wie bei Verletzungen oder Krankheiten Selbstheilungskräfte wirken.
Positives Denken, viel Bewegung an der frischen Luft und Sprechen über unsere Gefühle sind wichtige Grundsätze für die Gesundheit.
Gespräche erleichtern unsere Andersartigkeit. Die Kinder realisieren selbst, wie gesund und fit sie sind. Unsere Freunde geben uns im Austausch viel Kraft, Energie und gute Tips fürs Essen und Leben mit. Gemeinsam machen wir Ferien und Ausflüge.Gerne stehen wir für weitere Informationen zur Verfügung.
Marianne Widmer, Turnhallestr. 42, 8357 Guntershausen b. Aadorf, Tel.: 052 / 365 38 89.
dipl. Stillberaterin IBCLC, dipl. Kinderkrankenschwester KWS
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