Trivialisierungskünstler und ihre Kunden

Aufgrund der vielschichtigen Zusammenhänge zwischen den verschiedensten Bereichen menschlicher Aktivitäten wird es für uns immer schwieriger, verantwortungsbewusst zu leben.

Einige Beispiele sollen nur in Ansätzen skizzieren, was ich damit meine:

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi:

Wir sollten uns der Überlegenheit unserer Zivilisation bewusst sein, die aus einem Wertesystem besteht, das den Menschen breiten Wohlstand in den Ländern beschert hat, die es achten, und das den Respekt der Menschenrechte und der Religion garantiert. Diesen Respekt gibt es in den muslimischen Ländern sicherlich nicht.
(Der Standard, 28. Sept. 2001, S 3)

Bei allem Verständnis dafür, dass eine der Aufgaben von Politikern die ist, zu trivialisieren, so geht diese Aussage doch eindeutig zu weit. Feindbilder zu produzieren missachtet genau die Menschenrechte, deren Beachtung auf die eigenen Fahnen geheftet wird. Im übrigen haben wohl jene Politiker nichts aus der Geschichte gelernt und spielen quasi erneut mit dem Feuer.

Und wieviele Wählerinnen und Wähler lassen sich vom Zusammenspiel Medien, Kapital und politisch-wirtschaftlicher (Macht-)Interessen blenden?

Wievielen ist überhaupt bewusst, dass sie durch ihre Absenz an der Wahlurne die Demokratie gefährden?

Wer denkt schon darüber nach über den tieferen Sinn von Schlagzeilen? Im Wirtschaftsteil einer großen steirischen Tageszeitung steht am 29. Sept. 2001 auf Seite 29 zu lesen:

Strenge Kammer fordert Festhalten am Sparkurs

Gemeint ist damit der Kern einer Aussage des Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitl, wonach bei Konjunktureinbruch keine Staatsschulden gemacht werden sollten.
Ein "lächerlicher" Ausrutscher?
Schlagzeilen müssen wirken!
Einst gab es meines Wissens nach eine Londoner Tageszeitung mit Nachrichten, die ausnahmslos positiven Inhalts waren - diese Zeitung gab es nicht lange.
Es lebe die Macht der
verantwortungs-bewussten Konsumenten!

Verfehlte Finanz- und Wirtschaftshilfe

Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob unser so gepriesenes westliches Wirtschaftssystem nicht menschenverachtend ist, denn:

die Armuts-Spirale existiert

Die afrikanischen Länder südlich der Sahara sind nach UN-Angaben heute ärmer als vor zwei Jahrzehnten. Gründe seien der Rückgang der Entwicklungshilfe, unsichere Rohstoffpreise, Schuldenberge und unwirksame Maßnahmen der Strukturanpassung.
(Sonntagsblatt, 23. Sept. 2001, S 9)

 

think positiv - insbesondere auch über andere
ein must für pädagogInnen
eine empfehlung für alle

Eine weitere Studie, die solch unmittelbare Interaktion bestätigt, führen wir im Rahmen unserer Lehrerbildung durch: Wir bitten einen Schüler, sich an das Instrument anschließen zu lassen. Dann geben wir zwei Lehrern, die den Schüler nicht kennen, unterschiedliche Informationen: Dem einen Lehrer vermitteln wir, der Schüler sei nur mäßig begabt und würde eine gestellte Aufgabe mit Sicherheit nicht lösen können. Dem anderen Lehrer erzählen wir das Gegenteil, der Schüler sei hochintelligent. In dem Moment, in dem der negativ eingestimmte Lehrer auch nur den Raum betritt, entsteht im Kopf des Schülers eine Blockade, die das Kind tatsächlich völlig außer Stande setzt, die Aufgabe zu lösen. Lehrer, die diese Erfahrung machen, sind oft derart beeindruckt, dass sie in therapeutische Behandlung gehen, um positiver denken zu lernen.

Günter Haffelder, Hagia Chora, 2000/6, S 48ff

Die Forschungen von Günter Haffelder erneuern somit die Bedeutung der Worte
Thomas von Kempen (1379 - 1471):

Halte Du zuerst Frieden;
dann kannst Du
auch anderen Frieden bringen.

 

Filmempfehlung: Bulworth
Regie/Buch/Hauptrolle: Warren Beatty

Wer sich selbst gefunden hat spielt in der Oberliga nicht lange mit. Und wer´s zu bunt treibt hat ja noch die Chance auf den Märtyrertod.

 

 

 

 

Kommunizieren
heißt
Geben und Nehmen

 

Und sie wird sich weiterdrehen.
Denn wir sind Gefangene unseres westlichen Wirtschaftssystems.
Systemimmanente "Fehler", die zu sozial nicht akzeptablen Situationen führen, werden immer (meist?) erst im nachhinein korrigiert.
Einer dieser "Fehler" im System ist das Streben nach eigenem Erfolg, das mit dem Vermögen, verzichten zu können unvereinbar ist.
Die täglichen Berichte aus der Sportwelt führen uns das nur allzu deutlich vor Augen.
Und wir saugen es in uns hinein.
Wetteifern mit "unseren" Helden des Sports.
Die geistige Ausrichtung stimmt.
Im Sinne einer prosperierenden Wirtschaft.
Wer kann sich dem schon entziehen?
Wer reflektiert überhaupt darüber?
Hierin liegt die einzige Chance für eine Änderung des status quo: eine
Massenreflexionsbewegung.
Anders ist die Verteilungsfrage nicht zu lösen.
Eine Frage, die unbeantwortet immer wieder zu Arbeitslosigkeit, Tumulten und Staatsbankrotten führen wird.
Eine derartige Bewegung muß wert- und rechtsverändernd wirken.
Mächtige, welcher Art auch immer, müssen spüren:

Justitia, our big sister, is watching us.
Anywhere.

Umgang mit Reichtum

 

Wie halt ich dich
so halt ich mich
© AN 27. 1. 2002

 

kalachakra in graz

anlässlich des bevorstehenden kalachakra in graz
sprach der XIV. dalai lama
am 12. okt. 2002 zur heimischen bevölkerung.
anlässlich dieser rede fiel mir auf,
dass das geistliche oberhaupt der buddhisten
einen ungleich volksnäheren eindruck vermittelt
als die obersten hirten in der katholischen kirche.
wieso kommt das?
eine antwort darauf war für mich bald gefunden.
eine persönlichkeit kann sich wesentlich unabhängiger
von gesellschaftlich verankerten normen bilden,
wenn diese bereits ab frühester kindheit als
"gottheit" verehrt wird.
er ist damit volksnäher in seinem tun
und in seinen aussagen.
wie hatte doch johannes paul II anlässlich seiner wahl
zum papst gemeint: wenn er gewußt hätte,
dass er einmal zum papst gewählt werden würde,
so hätte er sich viel besser auf sein hohes amt vorbereitet,
insbesondere durch intensivere studien von schriften.

vielleicht liegt darin ein grund
für die sympathie,
die dem dalai lama auch im westen entgegen
gebracht wird.

Wie ist Ihre Meinung bezüglich der genannten Beispiele? Oder: welche Möglichkeiten kennen Sie, um verantwortungsbewusstes Handeln zu unterstützen?

Studien belegen,
dass Hunde einen positiven Einfluss auf
das Sozialverhalten von uns Menschen haben.

 

 siehe auch:
Der Wolf in Menschenhaut