Fa.
Josef Binder, Voitsberg:
Intelligente Steirische Bio-Energie
Marktführer bei
Regelungstechnik für Biomasse-Heizanlagen setzt auf GE
Fanuc (Bericht erstellt im Juni
2000)Im
Winter haben es die Schulkinder unter der strutzigen
Riegersburg schön warm, dank der kommunalen
Fernwärmeanlage, die von einem Binder
Biomasse-Heizkessel versorgt wird. Insgesamt stehen in
Österreich und im europäischen Umfeld über 1.300
Binder-Bio-Heizkessel zwischen 20 und 3.000 kW im
Einsatz. "Die Effizienz unsere Anlagen und die
niedrigen Abgaswerte sind konkurrenzlos und dies nicht
zuletzt wegen der intelligenten modernen
Steuerungstechnik," betont Firmenchef Josef Binder
mit unternehmerischem Stolz.
Begonnen hatte es 1984, als das
Handelsunternehmen Josef Binder sen. in einer kleinen
Werkstatt in Wundschuh seine erste Austragungsanlage
fertigte. Inzwischen ist der Betrieb zu einem
Vorzeigeunternehmen österreichischer
Ingenieursleistungen gewachsen. Gefertigt werden
Kesselanlagen, Pelletheizungen, Spänfeuerungen und
komplette Heizwerke für verschiedene regenerierbare
Heizmaterialien im wesentlichen Holzabfälle in
verschiedener Form. Eingesetzt werden die Hackgut- und
Pelletheizungen bevorzugt bei Landwirten und in
Privathaushalten, die Spänfeuerungen in
holzverarbeitenden Gewerbebetrieben und die
Biomasse-Heizwerke hauptsächlich für kommunale Anlagen.
Und der europäische Markt wird für Binder immer
interessanter: Im Vorjahr überstiegen die Exporte
erstmals die 50%-Marke.
"Dass die
Umweltbilanz unserer Heizanlagen großartig ist, wissen
Gewerbe- und Industriebetriebe und Kommunen schon seit
einiger Zeit. Durch die steigenden Ölpreise werden
unsere Anlagen aber auch aus ökonomischer Sicht immer
attraktiver. Die Zukunft sehen wir also überaus
rosig," berichtet der dynamische Unternehmer.
Die Grundpfeiler des
Erfolges sind eine innovative und sichere Technik, hohes Qualitätsbewusstsein
und ein beneidenswerter Teamgeist.
Von Hierarchien hält man in dem 40 Mann-Unternehmen
wenig, von Dynamik, Flexibilität und Kollegialität sehr
viel.
Ing. Alexander Theißl:
"Ich bin jetzt seit 6 Jahren im Betrieb und fühle
mich wie in einer großen Familie. Bei uns hat jeder
seine Aufgaben und erfüllt diese. Keiner ist mehr und
keiner ist weniger. Es gibt kein unten und
oben. Wir gehören alle zusammen."
Das Know-how für die
Biomasse-Heizanlagen kommt zu 100 Prozent aus der eigenen
Firma: Anlagentechnik, Kesselkonstruktion und Steuerung
& Regelung werden bei Binder selbst entwickelt. Viele
Patente und Auszeichnungen säumen den Aufstieg dieses
steirischen Vorzeigebetriebes. Die
Entwicklungsanstrengungen konzentriert das Unternehmen
auf die Brennraumkonstruktion und die Regelungstechnik.
So wird durch die eingesetzte Lambda-Regelung und die
Kohlenmonoxidsonde in den Binder-Heizkesseln der
geringste CO- und NO-Ausstoß aller am Markt befindlichen
Biomassefeuerungen erzielt.
Nur ein Beispiel: Bei CO
gilt ein Grenzwert von 800 mg/m3, bei
Binder-Anlagen erreicht dieser Wert oft nicht einmal 20
mg/m3 und dies auch bei 50% Spanplattenanteil
im Heizmaterial. Auch in Städten stehen
Binder-Biomasse-Heizanlagen. Dies ist bei den heutigen
niedrigen Emissionsgrenzwerten nur durch die avancierte
Technik möglich. Selbst im Vergleich zu Gasfeuerungen
kann sich die Binder-Technik sehen lassen: mit typischen
20 mg CO/m3 und 0% Schwefel.
SPS und Visualisierung
Die moderne Regelungstechnik führt
einerseits zu hohem Wirkungsgrad und geringsten
Emissionen, andererseits ermöglicht die
Steuerungstechnik den vollautomatischen Betrieb von
Biomasse-Heizanlagen. D.h. selbst in Privathaushalten
kann heute mit Biomasseanlagen der gleiche Komfort wie
mit einem Ölbrenner erzielt werden. Die intelligenten
Schaltzentralen sind die Speicherprogrammierbaren
Steuerungen von GE Fanuc. Je nach Größe und
Komplexität der Anlage kommen SPS der Serien 90-30,
VersaMax Micro oder Nano zum Einsatz. Ing. Alexander
Theißl, Leiter der Elektrotechnik bei Binder: "Die
SPSen bieten jene Flexibilität, die wir brauchen, da wir
ja die Anlagen laufend weiterentwickeln bzw. an die
jeweiligen kundenspezifischen Anforderungen anpassen
müssen. Dabei zeichnen sich die GE Fanuc SPSen durch
einfache Handhabung aus, sind zuverlässig und bieten
gute Programmiertools." Auch für die Bedienung und
Überwachung der Heizkessel bringt die SPS viele
Vorteile. Ing. Theißl: "Dank SPS ist es einfach die
im Schaltschrank integrierten Bediengeräte mit
Klartextanzeige oder die Visualisierungssysteme
anzusteuern. Der technisch aufwendige Hintergrund
ermöglicht es letztendlich, dem Operator eine sehr
einfache Bedienung und Überwachung
der Anlage bieten zu können."
Als Bediengeräte mit
Klartextanzeige kommen Exor-Geräte zum Einsatz, bei
Visualisierungssystemen setzt Binder auf CIMPLICITY von
GE Fanuc. "Sowohl die Exor-Tableaus als auch
CIMPLICITY spielen mit den GE Fanuc SPSen ideal zusammen,
sind leicht anzubinden und einfach zu
programmieren," erklärt Alex Theißl. "Und vor
allem der technische Support durch T&G ist
ausgezeichnet. Diese Mannschaft ist einfach kompetent und
freundlich. 99% der Anfragen werden sofort erledigt,
ansonsten erhalte ich in kürzester Zeit einen
Rückruf." Durch die weltweiten GE Fanuc
Niederlassungen ist auch der Support im Ausland
garantiert. "Das funktioniert äußerst zuverlässig
und flexibel. Das Troubleshooting wenn notwendig -
war immer spitzenmäßig," lobt der
Steuerungstechniker.
Und bei
T&G gibt es eine Unterstützung, die kaum anderswo
geboten wird. Nachdem Ing. Theißl das erste
CIMPLICITY-Projekt in seiner Freizeit programmiert hatte,
wurde während der von T&G angebotenen
Techniker-Schulungstage die Programmierung für dieses
konkrete Projekt vor Ort verfeinert und so wertvolles
praktisches Know-how erworben. "Das war äußerst
lehrreich und überaus produktiv."
Visualisierungssysteme
werden aufgrund der relativ hohen Anschaffungskosten nur
bei großen Heizanlagen eingesetzt. Die Vorteile
gegenüber einfachen Klartextanzeigen sind vielfältig:
Die Anlage wird überschaubarer und verständlicher,
durch die klare Symbolik wird der echte Betrieb
veranschaulicht. Die Bedienung wird vereinfacht: Am
Bildschirm stehen die wichtigsten Messwerte direkt neben
den Anlagen-Elementen. So erkennt der Operator rascher,
was er zu tun hat bzw. kann im Störfall besser
eingreifen. Ing. Theißl: "Man könnte sagen, die
Visualisierung mit CIMPLICITY bringt die komplexe,
abgeschlossene Anlage dem Betreiber näher. Sie macht sie
begreifbarer."
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Aber nicht nur technisch
ist das familiär geführte Unternehmen äußerst
erfolgreich und effizient. Auch im direkten Kontakt mit
den Kunden vom Firmenchef bis zum Kesselbetreiber
bewährt sich die persönliche, umsichtige
Vorgehensweise der Firma Binder. Ing. Theißl: "Nach
der Montage der Anlage ist es meine Aufgabe, sie in
Betrieb zu nehmen und den Betreiber einzuschulen. Dabei
verfolge ich das Prinzip learning-by-doing.
Nur wenn der Betreiber von Anfang an selbst Hand anlegt,
ist die Einschulung effizient. Hatte der Operator vorher
noch nie mit Heizkesseln zu tun, so dauert es einige
Wochen bis er richtig hinein wächst. Dabei
unterstützen wir ihn mit Rat und Tat." Größere
Anlagen mit integrierter Visualisierung ermöglichen auch
eine Fernabfrage und -wartung über Modem. Dies ist durch
die im System vorhandenen digitalisierten Messwerte leicht möglich.
Stufenlose
Feuerungsregelung
Die guten technischen Steuerungs- und
Visualierungskomponenten kommen erst durch die
Innovationskraft der Binder-Anlagen richtig zu Geltung.
Eine Binder-Entwicklung ist z.B. die stufenlose Regelung
der Feuerungsanlage. Im Gegensatz zur herkömmlichen
2-Punkt-Regelung (Ein/Aus) stellt die
Proportional-Regelung die Feuerleistung auf die jeweils
aktuelle Wärmeabnahme der Verbraucher ein. Dazu wird
mittels Frequenzumformer die Drehzahl der
Verbrennungsluftventilatoren entsprechend geregelt. Durch
die Unterdrucküberwachung im Brennraum wird eine ruhige
Verbrennung möglich. Mit der Lambda-Sonde wird der
Restsauerstoff O2 im Abgas überwacht und so
die Verbrennung genau kontrolliert. Dies führt zu einem
sehr hohen Wirkungsgrad und stabilem Brennverhalten durch
variable Sauerstoff- und Brennstoffzufuhr.
In Kooperation mit der TU
Graz wurde eine Kohlenmonoxidsonde "CO"
entwickelt, die eine zusätzliche Regelgröße in der
Biomasseverbrennung liefert, um damit die
Schadstoff-Emissionen weiter zu verringern und den
Wirkungsgrad zu erhöhen. Damit können kurzzeitige
Störungen im Verbrennungsprozess ausgeregelt und die
Verbrennung auf Brennmaterialien unterschiedlicher
Qualität eingestellt werden.
Und die Expansion der
Firma Binder geht erst so richtig los. "Mit unserem
großen Know-how wollen wir jetzt verstärkt auch den
internationalen Markt erobern. Die Erfolge der letzten
beiden Jahre ermutigen uns dazu sehr," blickt Josef
Binder optimistisch nach vorne. Biomasse hat eben Zukunft
...
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