CIMPLICITY HMI
heizt Paris richtig ein
(Bericht
erstellt im Dezember 1999)Ein Steuerungs-Konzept mit den GE Fanuc
Produkten SPS Series 90-30 und der
Prozessvisualisierungs-Software CIMPLICITY HMI wird
mittlerweile in sieben Heizkraftwerken im Großraum Paris
erfolgreich umgesetzt. Die Besonderheit: ein redundantes
System auf der Ebene der Bedien- und
Überwachungs-Software.
Im Pariser Vorort Medon La Foret
steht ein Heizkraftwerk des Unternehmens ELYO. Das
Heizkraftwerk versorgt mit seinen 94.000 Megawatt
Leistung mehr als 7.500 Haushalte bzw. 30.000 Menschen
mit Fernwärme. Neben der Fernwärme werden darüber hinaus auch 7 Megawatt Elektrizität erzeugt. Das
1961 gebaute Kraftwerk wurde bis vor zwei Jahren mit
Kohle betrieben. Im Jahr 1997 wurde es für 85 Millionen
Franc komplett modernisiert. Seit 1998 erzeugt das
Kraftwerk die Fernwärme vorwiegend durch den Einsatz von
Gas (Jahresverbrauch 175.000MWh). Das Gas wird in einer
Turbine verbrannt. Das verbrannte Gas gelangt zu den 4
Boilern und erhitzt das Wasser auf 1700 Celsius. Die
Wassererhitzung in den Boilern kann unter gewissen
Umständen auch durch das Verbrennen von Öl
(Jahresverbrauch 400 t) erfolgen.
Produktionskosten und
Schadstoffe gesenkt
Zwei Gründe waren für die Modernisierung der Anlage von
entscheidender Bedeutung. Zum einen mussten die
Produktionskosten gesenkt werden, um die Preise für
Fernwärme nicht erhöhen zu müssen. Zum anderen sollten
aus Umweltgesichtspunkten die Schadstoffemissionen
verringert werden. Durch die Investition in eine neue
automatisierte und umweltfreundliche Anlage konnten beide
Anforderungen mehr als erfüllt werden. Das Umrüsten der
Anlage von Kohle zu Gas/Öl ermöglicht eine
kostengünstigere und umweltschonende
Verbrennungstechnik. Dadurch werden u.a. die strikten
staatlichen Emissionsverordnungen eingehalten.
Produktion
automatisiert
Vor der Modernisierung waren im Heizkraftwerk 24 Personen
tätig, die die einzelnen Produktionsabläufe separat kontrollierten. Heute ist der gesamte
Produktionsprozess voll automatisiert und wird von fünf Personen bedient
und gewartet. Das Steuerungskonzept für die Anlage wurde
von dem Systemintegrator SERITHA entwickelt und
umgesetzt. In der Anlage befinden sich 12 GE Fanuc SPSen
vom Typ Series 90-30 mit insgesamt 1.500 analogen und
digitalen Ein/Ausgängen. Die SPSen sind über Ethernet
mit der Software CIMPLICITY HMI verbunden. Eine
Besonderheit des Steuerungskonzeptes war der Einsatz
eines Lichtwellenleiters. Über einen Wandler AAUI wird
das Ethernet-Modul an der SPS mit dem Lichtwellenleiter
verknüpft. Dies ermöglicht eine sichere Kommunikation
zwischen SPS und Software. Zu dem Steuerungskonzept
befragt, sagt Christophe Henquinbrant vom
Systemintegrator SERITHA "Die Entwicklung des
Steuerungskonzeptes war nicht gerade einfach. Aber mit
der technischen Unterstützung seitens GE Fanuc konnten
wir eine beispielhafte Lösung erarbeiten die
mittlerweile in sieben weiteren Heizkraftwerken von ELYO
umgesetzt wurde."
Redundante
Bedieneroberfläche
Das komplette Heizwerk wird von
einem bzw. zwei Computern von einer Zentrale aus mittels
der Software CIMPLICITY HMI bedient und überwacht. Um
eine absolute Sicherheit bei der Überwachung und der
Bedienung der Anlage zu erzielen, wurde ein redundantes
System auf der Bedienerebene integriert. Sollte einer der
beiden Computer ausfallen, könnte die Anlage mit dem
zweiten PC gesteuert und kontrolliert werden. In der
täglichen Arbeit wird mit beiden Computern gleichzeitig
gearbeitet. Insgesamt werden die Informationen von über
3.000 Datenpunkten mit der Software verarbeitet. Die
Software läuft unter Windows NT und der PC besitzt einen
SQL Server für eine Datenbank. Jeden Tag werden die
gewonnenen Daten dort abgespeichert. Über die
Statistikfunktion und das Softwarefeature
"Werkskalender" von CIMPLlCITY HMI dann z.B.
ein Lastspitzenmanagement umgesetzt werden. Dabei wird
ein mit der Gasgesellschaft definierte Abnahmewert an Gas
eingegeben. Wird an einem Tage der Gasverbrauchswert
erreicht, schaltet die Anlage automatisch auf Ölverbrennung um. Somit können nicht ganz unerhebliche
Kosten eingespart werden, denn bei überschreiten des
definierten Wertes würden erheblich höhere Gaspreise
berechnet.
Erfahrungen und
Ergebnisse
Seit gut einem Jahr ist das modernisierte Heizkraftwerk
im Einsatz. Zu dem befragt, sagt Luic Bochon von dem
Heizkraftwerksbetreiber ELYO: "Durch die
Modernisierung konnten wir die Rentabilitiit der Anlage
um 14% steigern. Einen wesentlichen Anteil daran hat das
Steuerungskonzept und die Prozessvisualisierungs-Software CIMPLlCITY HMI. Bei ELYO haben wir deshalb beschlossen,
auch die beiden letzten Kohlekraftwerke im Großraum
Paris gemäß dieses Konzeptes umzurüsten."
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