Pharmakonzern
verbessert automatisierte Produktionsprozesse mit
CIMPLICITY HMI
(Bericht
erstellt im Dezember 1999)Als Hoechst Roussel Vet, einer der
weltweit führenden Hersteller von Impfstoffen und
anderen Medikamenten für Haustiere, vor der
Modernisierung seiner Forschungs- und
Produktionseinrichtungen stand, prüfte das Unternehmen
zahlreiche Automatisierungslösungen - Darunter sowohl
proprietäre verteilte Steuerungslösungen (DCS) als auch
SCADA-Systeme. Entschieden hat sich das Unternehmen für
SPS und CIMPLICITY HMI von GE Fanuc, mit zweifach
redundanten Servern und einem zweifach redundanten
Ethernet-Netzwerk.
Hoechst Roussel Vet stellt eine
Reihe von bakteriellen Impfstoffen, Seren und ähnlichen
Produkten her, die weltweit zur Behandlung von Tieren in
der Landwirtschaft exportiert werden. Die komplexen
chemischen Produktionsprozesse benötigen äußerst
strikte Umgebungsbedingungen. Die Betriebsbedingungen
müssen strengstens kontrolliert werden. Weitere Prozesse
sind u.a. das Schleudern und Mischen der Endprodukte.
Während des Produktionsprozesses müssen die
zugelassenen Verfahren strikt eingehalten werden. Zur
Erfüllung der pharmazeutischen Normen sowie zur
Überprüfung ihrer Einhaltung muss jedes Detail
aufgezeichnet und protokolliert werden. Mit dem
vorherigen manuellen Steuerungssystem konnte ein einziger
Fehler die gesamte Produktion zum Stillstand bringen. Um
einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherzustellen, mussten die Anlagen rund um die Uhr personell besetzt
sein. Zusätzlich mussten alle Vorgänge manuell erfasst und per Hand in ein Informationssystem eingegeben werden.
Dies führte mitunter zu Verzögerungen und Fehlern.
DCS gegen SCADA Systeme
Hauptziel des neuen Systems war die Integration aller
Prozesse für die Impfstoffherstellung, Mischung und
Abwasserklärung in ein einziges, ständig verfügbares
System unter Verwendung von einheitlichen Hardware- und
Softwarebausteinen mit doppelter Systemredundanz.
"Wir haben zwar einige DCS-Systeme gesehen, die eine
zweifache Systemredundanz unterstützen, aber ihre
proprietäre Systemarchitektur war für unsere
Erfordernisse zu unflexibel und in der Umsetzung zu
teuer," erklärt Kevin Richardson, Produktionsleiter
bei Hoechst Roussel Vet. "PC-gestützte
SCADA-Systeme haben uns interessiert, weil sie zum einen
kostengünstiger sind und zum anderen als offene
Systemlösungen die Vorteile einer Umgebung unter Windows
NT bieten. Leider unterstützen die wenigsten zweifache
Redundanz."
Lokale Steuerung
Das installierte System wurde von dem britischen System
Integrator Silvertech geliefert. Auf der Grundlage der
CIMPLICITY HMI Software wurde das System mit zwei
Hauptservern eingerichtet. Für den Fall, dass ein Server
ausfällt oder gewartet werden muss, übernimmt der
zweite automatisch die Steuerung des Betriebs, ohne
Unterbrechung der Prozesse und ohne irgendwelche
Konfigurationseinstellungen ändern zu müssen. Weitere
sechs CIMPLICITY HMI Stationen sind als abgesetzte
Bedienerterminals bzw. Sichtgeräte konfiguriert.
"Neben einer verbesserten Automatisierung bietet uns
das System auch die Flexibilität, Prozesse besser zu
steuern. So können zum Beispiel wichtige Parameter wie Prozesszeiten, Temperaturen oder PH-Werte in der SPS
voreingestellt werden, während die Bediener im Werk an
den CIMPLICITY HMI Bedienerterminals die volle manuelle
Kontrolle über Sterilisierungsvorgänge,
Behälterwechsel usw. haben," erläutert Kevin
Richardson. Eine separate, an das Netzwerk angeschlossene
Entwicklungsstation ermöglicht Systemabfragen,
Fehlersuchen und Wartungen sowie die Entwicklung von
Anwendungen, wobei sie bei Bedarf auch als
Bedienerterminal eingesetzt werden kann.
Ethernet-Netzwerk
Für die Datenkommunikation wird ein zweifach redundantes
Ethernet-Netzwerk eingesetzt, das die Server, die
Bedienerterminals und die fünf verteilten SPSen der
Serie 90-30 von GE Fanuc zur Steuerung der Prozesse bei
insgesamt rund 1500 Ein-/Ausgängen miteinander
verbindet. Jede SPS ist mit zwei Ethernet-Karten
ausgestattet. Sollte das Kommunikationssystem an
irgendeiner Stelle innerhalb einer SPS ausfallen,
schaltet diese ohne Unterbrechung des Betriebs
automatisch auf das andere Netzwerk um. Die SPS der Serie
90-30 überwachen sich weitestgehend selbst. Um die
Zuverlässigkeit noch weiter zu optimieren, wurden für
die beiden redundanten lokalen Netze innerhalb des
Gebäudes unterschiedliche Verkabelungswege gewählt.
Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist eine Verteilung der
Prozesse auf sechs Leitungen, die jeweils von einer oder
mehreren SPS gesteuert werden. So werden bei Ausfall
einer SPS die anderen Leitungen nicht tangiert.
Weitere Systemvorteile
Zu den weiteren wesentlichen Vorteilen des neuen Systems
gehört die Leichtigkeit, mit der über den Hauptserver
Berichte, Statistiken oder Alarm- und Ereignisprotokolle
erstellt werden können. Die Daten lassen sich zur
Erstellung von Berichten bzw. zur Übernahme in das
hauseigene Informationssystem ohne weiteres in
industrielle Standardsoftwareprodukte exportieren.
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