Überwachung und
Steuerung bei der Kaligewinnung optimiert
(Bericht erstellt im Oktober
1999)Die
einzige britische Anlage zur Förderung und Aufbereitung
von Kali steht in Boulby/Cleveland. Auf einer Fläche von
über 30 Hektar wird dort Kali für den
Düngemitteleinsatz produziert. Zur Überwachung und
Steuerung des Aufbereitungsprozesses entschied sich die
Firma Cleveland Potash Limited für Produkte von GE
Fanuc.
In dem Werk werden pro Tag
rund um die Uhr in rund 1.100 Meter Tiefe bis zu 12.000
Tonnen Erz gefördert. Das Erz wird an die Oberfläche
geschafft und anschließend zu einem trockenen reinen
Kaliprodukt verarbeitet. In der Aufbereitungsanlage wird
das Erz in Stab- und Kugelmühlen zerkleinert. Danach
werden unerwünschte Mineralstoffe (hauptsächlich Ton
und Salz) durch Schaumflotation und Kristallisation
eliminiert. Drei ölbeheizte Trommeltrockner erhitzen das
Flotationsprodukt. Das trockene Pulver wird anschließend
entweder unverändert oder gepresst und granuliert
vertrieben. Der Maschinenpark des Werkes umfasst große
Pumpen, Zentrifugen, Rührwerke, ein großes Kühlsystem
(für die Kristallisation) sowie Luftkompressoren.
Überwachung und
Steuerung
Zur Steuerung und Überwachung des Prozesses hat CPL eine
umfassende Infrastruktur, darunter ein anlagenweites SPS-
und SCADA-System, aufgebaut. Der gesamte Aufbereitungsprozess wird von einer Person überwacht und
gesteuert. Von der Beförderung über die Zerkleinerung,
Flotation, Trocknung, Verdichtung bis hin zur
Kristallisation können die verschiedenen Vorgänge
einzeln auf den zwei großen Systembildschirmen
aufgerufen werden. Temperatur, Druck, Fördermenge usw.
lassen sich jederzeit ablesen und werden am Bildschirm in
Echtzeit angezeigt. Auch Trendkurven und Statistiken
lassen sich jederzeit mit einem Mausklick abrufen und am
Bildschirm anzeigen.
Branchenspezifische
Software auf Basis von CIMPLICITY HMI
In der Steuerzentrale des Hauptwerks werden zwei PCs
eingesetzt, auf denen unter Windows NT das HMI-System
PROSGON läuft. PROSGON ist eine Entwicklung von
Outokumpu, einer finnischen Firma, die sich auf Mineralaufbereitungsanlagen
spezialisiert hat. Kernstück
von PROSGON ist die CIMPLICITY HMI Software von GE Fanuc.
Das PROSGON-Paket ermöglicht eine problemlose
Installation sowie die Visualisierung von
Antriebssteuerung und PID-Regelung. Mit den ständigen
Parallelbetrieb der beiden Steuerrechner wird die
notwendige Redundanz gewährleistet.
Falls ein PC ausfällt, stellt der
andere Rechner den unterbrechungsfreien Betrieb sicher.
Dadurch lässt sich auch das eine oder andere System bei
laufendem Betrieb testen und warten. Insgesamt sind rund
80 PID-Regler und 150 Motoren an das Netzwerk
angeschlossen. Analysebausteine in der PROSCON Software
erleichtern zudem die Anzeige von 30 Prüfvariablen, die
den Kaligehalt in den verschiedenen Phasen des
Aufbereitungsprozesses wiedergeben.
Drei SPS der Serie 90-70
von GE Fanuc sind über das anlagenweite
Ethernet-Glasfasernetz an die PCs angeschlossen und
steuern die 700 digitalen und 400 analogen Ein-/Ausgänge
der gesamten Anlage. In den unlängst
modernisierten Bereichen des Werkes werden vier SPS der
Serie 90-30 von GE Fanuc und sowie Genius I/0 in Genius
Feldbusnetzen von GE Fanuc eingesetzt. Für die Zukunft
ist der schrittweise Austausch aller festverdrahteten
Ein-/Ausgänge durch ähnliche Bussysteme geplant. Die
Ethernet- Verbindungen ermöglichen von überall den
Zugriff auf das System. Dieser ist über ein Modem auch
von einem PC außerhalb der Anlage möglich.
Einer der Vorteile der
Überwachung und Steuerung mit CIMPLICITY HMI ist, dass enorme Mengen von
Prozessdaten zur Verfügung stehen. Zur
Steigerung der Prozeßleistung und Optimierung des
Energieverbrauchs werden diese Daten mit mathematischen
Optimierungsalgorithmen aufgearbeitet.
Laut Sirnon Lambert, der
bei CPL für die Koordinierung von Elektroanlagen und
Steuerungssystemen zuständig ist, haben die so
gewonnenen Echtzeit-Prognosemodelle bereits zu
nennenswerten Energieeinsparungen geführt. "Wir
bauen derzeit die Überwachungs- und Steuerungssysteme
weiter aus," setzt Lambert fort. "Wir
entwickeln gerade ein integriertes Alarmsystem für die
gesamte Aufbereitungsanlage, das mittels verschiedener
akustischer Signale und gesprochener Anweisungen den
Bediener oder Techniker auf mögliche Fehlfunktionen und
deren Quelle hinweisen soll. Darüber hinaus
beabsichtigen wir auch, die unterirdischen
Förderanlagen, unsere Lager sowie die Beladung der
Schiffe in das Netzwerk einzubinden."
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