Du Pont setzt auf
Nummer sicher
(Bericht
erstellt im April 2000) Wer
kennt sie nicht, die Schutzanzüge für gefährliche
Einsätze. Für die Produktion des Vliesstoffs Tyvek
müssen die Maschinen bei Du Pont über 100 Tage rund um
die Uhr laufen. Gesteuert werden sie über ein
redundantes SPS System mit dezentral verteilten
Steuerungs-Blöcken. Das Bedienen und Überwachen wird
von der Software CIMPLICITY HMI übernommen.
Seit 1988 produziert Du
Pont diesen Stoff im Werk in Luxemburg für den
europäischen Markt, der auch als Sterilverpackung im
Medizinbereich, für Dachauskleidungen oder
Briefumschläge Verwendung findet. Vor vier Jahren
erfolgte eine Umstellung der Produktion. Man verzichtete
auf den Einsatz des umweltschädlichen Grundstoffes FCKW
und setzt seitdem ein leicht brennbares Lösungsmittel
ein. Somit wurde der komplexe Produktionsprozess um den
Aspekt "hoher Sicherheit" erweitert.
An diese neuen
Anforderungen musste auch das Steuerungssystem angepasst werden. Mittlerweile wird das dreifach redundante GMR
System (Genius Modular Redundancy) und eine
Überwachungs- und Steuerungs-Software mit Systemredundanz
bei der Produktion eingesetzt.
Der Produktionsprozess
Der Herstellungsprozess lässt sich in drei
Arbeitschritte unterteilen. Im ersten Schritt wird
Polyethylen mittels eines Lösungsmittels geschmolzen. 64
Düsen spinnen Fasern, die zu einem Vlies zusammengelegt
werden. Die Maschine läuft ununterbrochen über einen
Zeitraum von etwa 100 Tagen rund um die Uhr, bevor sie
zur Reinigung der Düsen kurz abgeschaltet wird.
Die analoge Regelfunktion des ersten Arbeitsschrittes
wird von einem DCS System übernommen. Die digitalen
Detailfunktionen, wie die Mischung der Rohmaterialien,
übernimmt hingegen das SPS System. Aufgrund des
Einsatzes von leicht entzündbaren Materialien, verlangte
der luxemburgische Gesetzgeber den Einsatz eines TÜV
zertifizierten redundanten SPS Systems. Auch ein
wichtiger betriebswirtschaftlicher Grund spricht für die
Redundanz: Ein kurzer Ausfall der Steuerung würde zu
einem Maschinenstillstand von 2-3 Tagen führen.
Das erzeugte Vlies wird im zweiten Arbeitschritt in einer
der drei Bondingmaschinen über geheizte Rollen geführt.
Dabei werden die einzelnen Fasern unter dem Einfluss von
Wärme (rund 180° C) und Druck miteinander verschweißt.
Danach werden die Vliesrollen entweder in einem
Hochregallager zwischengelagert oder direkt zu einer der
drei Slittermaschinen weitertransportiert. Dort erfolgt
im dritten Schritt der Zuschnitt des Vlieses gemäß
Kundenwunsch. Materialreste von den Bonding- und der
SIittingmaschinen werden in einer Recyclingmaschine
aufbereitet und können anschließend wiederverwertet
werden.
Das Steuerungs-Konzept
Die Steuerung sämtlicher Maschinen erfolgt durch Highend
SPSen, die über den GE Fanuc eigenen Genius Bus mit
1.200 Genius E/A Blöcken verbunden sind. Diese Blöcke
sind direkt bei den Sensoren/Aktoren platziert. Insgesamt
werden durch dieses System rund 20000 E/As gesteuert. Der entscheidende Vorteil dieses dezentralen E/A System ist
der geringe Verkabelungsaufwand, welcher zu wesentlichen
Kosteneinsparungen führte. Zum anderen wird durch den
Einsatz der dezentralen E/A Blöcke die Flexibilität des
gesamten Steuerungssystems erhöht. Eine Erweiterung lässt sich ohne große Probleme vornehmen. Ein weiterer
Vorteil ist die effiziente und einfache Wartung.
Die Blöcke mit ihren erweiterten Diagnosefunktionen
erkennen Fehler wie Kabelbrüche und Kurzschlüsse und
geben diese Informationen sofort weiter. Durch die
Modularität des Systems sind die Fehler wesentlich
leichter zu lokalisieren und schneller zu beheben.
Die Visualisierung
Die Bonding-, Slitting- und Recyclingmaschinen werden von
Bedienstationen mit der Visualisierungs-Software
CIMPLICITY HMI überwacht und gesteuert. Aufgrund der
Anzahl von 1500 analogen und digitalen Datenpunkten pro
System, entschloss sich Du Pont, ein redundantes System
auf Serverbasis zu installieren.
Die Redundanzmöglichkeit von CIMPLICITY HMI war ein entscheidendes Auswahlkriterium. Dabei werden alle
gewonnenen Daten vom ersten System erfasst und auf das
zweite System übertragen. Dies bedeutet eine
Zeitersparnis für das gesamte System. Bei einem Ausfall
des ersten Servers werden alle Hauptfunktionen wie
Datenbearbeitung und Alarme vom zweiten Server
automatisch übernommen. Auch alle Viewer sind an das
redundante System angeschlossen und schalten bei einem
Ausfall automatisch auf den zweiten Server um. Claude
Koch, Techniker bei Du Pont, erläutert die Gründe für
die Systemwahl: "Hervorzuheben bei CIMPLICITY sind
neben der Redundanz die einfache Konfiguration, die
Vielzahl von Grafiken und die Offenheit zu Produkten von
anderen Lieferanten."
Das beschriebene Steuerungssystem arbeitet sehr
zuverlässig und garantiert eine hohe Verfügbarkeit bei
gleichzeitiger Erfüllung der Sicherheitsanforderungen.
Bei auftretenden Fragen nutzt Du Pont die Hotline von GE
Fanuc.
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