Marienhütte Graz: Daten gesucht – Lösung gefunden
Mit CIMPLICITY gelingt übersichtlichen Darstellung der Produktionsabläufe 
(Bericht erstellt im Mai 2001)

Auch bei der Produktion von Betonstahl gehören Sorgfalt und Qualitätsbewusstsein zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Um diesbezügliche Optimierung zu erreichen, setzt das Unternehmen Marienhütte Graz auf strukturierte Betriebsdatenerfassung.

Die rund 200 Mitarbeiter der Marienhütte in Graz erzeugen  mehr als 300.000 Tonnen Halbzeug (Knüppel), davon kommen ca. 180.000 Tonnen im eigenen Werk zur Weiterverarbeitung in Tempcorestahl (Baustahl). Der produzierte Stahl wird hauptsächlich an inländische Kunden geliefert, lediglich 20 % dienen dem Export (Europa).
Die Ausgangslage bei der Marienhütte sah SPS-gesteuerte Insellösungen vor, die ohne Kommunikation untereinander bzw. "nach oben" ihren Dienst versahen. Diese Low-cost-Lösung funktioniert problemlos, verhinderte jedoch die Sammlung erforderlicher Betriebsdaten. Somit waren komplette Aufgabenfelder (Protokollierung, Störungsauswertungen für Wartungsarbeiten, höhere Verfügbarkeit der Anlage) faktisch kaum zu bearbeiten. Die einzige Rückmeldung von den "Produktionsinseln" bestand in einem Summenstörmeldesystem zur erforderlichen Alarmierung der Fachleute. Deshalb suchte man die Unterstützung durch die Spezialisten von Vescon, einem T&G Partner. Ziel eines gemeinsam erarbeiteten Konzepts war die Einrichtung einer einfachen und übersichtlichen Darstellung der Produktionsabläufe sowie eine flexible Einstellung der Chargenprotokolle. Kein auf dem Markt befindliches Visualisierungstool konnte die hohen Ansprüche der Betreiber komplett erfüllen. CIMPLICITY von GE Fanuc kam den gestellten Anforderungen noch am nächsten. Daher wurde CIMPLICITY auch als Basis zur Realisierung der vielfältigen Aufgaben herangezogen. Die restlichen, nicht implementierten Funktionen - z.B. die Zusammenstellung der individuellen Trendfenster, div. Protokolle und Auswertungen - wurden von den Vescon Softwarespezialisten mit Hilfe der Microsoft Tools Access und Visual Basic realisiert.

Das Datennetzwerk

vergrößerte AnsichtAls Bussystem der Prozessebene wurde Profibus FMS herangezogen. Dieser verbindet die Steuerungen (Simatic S 5 und S 7) sowie den Server der Betriebsdatenerfassung/Visualisierung. Als Bus der Leitebene (Server zu den Clients) wurde TCP/IP verwendet. Dieses Konzept verbindet die Vorzüge der verwendeten Datennetze mit den bereits eingesetzten Technologien und bietet auch die Möglichkeit der Erweiterung.
Gemäß den Betreiberanforderungen werden in der Visualisierung sämtliche analoge Datenpunkte zyklisch aufgezeichnet, bzw. die relevanten digitalen (ca. 90 %) Datenpunkte bei Veränderung. die im jeweiligen Produktionsprozess erforderlichen Datenpunkte werden automatisch in die Chargenprotokolle übernommen. Der Ausdruck der Protokolle erfolgt automatisch bei jedem Chargenwechsel oder händisch bei entsprechender Vorwahl an der Visualisierung. Die Sammlung sowie Archivierung der Betriebsdaten wird in einer SQL-Datenbank für einen Zeitraum von drei Monaten vorgenommen. Aus diesem lassen sich später alle eventuell zusätzlich erwünschten Auswertungen erstellen.

Ziel erreicht, Produktivität erhöht

Mit der systematischen Betriebsdatenerfassung verband das Unternehmen Marienhütte Graz die Erwartung, den Produktionsablauf transparenter und effizienter gestalten zu können. De facto konnte durch die Einführung dieser Neuerung bezüglich eines besseren Datenflusses eine Vielzahl von Funktionen optimiert werden:

  • die Protokollierung der Chargendaten erschloss die Möglichkeit der lückenlosen elektronischen Archivierung von Produktionsdaten
  • ein produktabhängiges Chargenprotokoll ermöglichte eine übersichtliche Archivierung gewünschter Daten
  • Anlagenstillstände wurden auswertbar und Fehleranalysen zugänglich gemacht
  • Störungen konnten statistisch erfasst werden, was eine effiziente Ersatzteilhaltung ermöglichte.

Verlässliche Partner

Als Unternehmen, welches im gleichen Maße Industrieautomation (im aktuellen Beispiel SPS Programmierung, Anlagenkonzeption und Inbetriebnahme), als auch Softwareentwicklung (hier Datenbankdesign, SCADA Plug-Ins und Schnittstellendefinition) abdeckt, konnte Vescon mit Unterstützung von T&G für die gestellten Aufgaben optimale Lösungen anbieten.
Die Anfänge der Vescon Firmengruppe liegen in den frühen 90er Jahren, als einige Jungingenieure von der HTL in Weiz nach Deutschland gingen, um dort als Unternehmer zu starten. Nach den Gründungsjahren, die einen verstärkten Einsatz im Geschäftsfeld der CAD-Dienstleistungen sahen, wurde rasch eine Stammmannschaft von 30 ständigen Mitarbeitern aufgebaut, von denen bis heute noch viele im Unternehmen tätig sind. Derzeit zählt die Vescon Firmengruppe mehr als 140 Mitarbeiter, davon 42 in Österreich. Realisierte Projekte führen zu guten Referenzen und zu Wachstum, mit dem es auch möglich wurde, größere Aufträge zu übernehmen. Nun konnten auch Großkunden angesprochen und gewonnen werden. Dazu zählen unter anderem ALSTOM, Volkswagen, Daimler-Chrysler, Dürr, ABB, Deutsche Bahn, Flughafen Frankfurt, AVL List, VOEST-Alpine, Siemens.
Eine wichtige Voraussetzung für den bisher erreichten Erfolg von Vescon sieht der Geschäftsführer der österreichischen GmbH, Ing. Mag. Alfred Pfeifer im hohen Ausbildungsstand der Ingenieure. Das Unternehmen ist unter anderem CIMPLICITY Solution Provider und Microsoft Certified Solution Provider und kann seinen Kunden immer die optimale technische Lösung anbieten. Dadurch haben sich Kundenbeziehungen als stabile Partnerschaften entwickelt und gefestigt.

 
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