Software
CIMPLICITY ME in Schneidemaschinen:
Integrierte Steuerung und Visualisierung ermöglicht
kostengünstige Steuerlösung
(Bericht
erstellt im März 2001) Heutige Automatisierungssysteme, inklusive der benötigten
Software, werden aus einer Vielzahl unterschiedlicher
Komponenten zusammengesetzt. Neben der verwendeten
Hardware hat die Software in den letzten Jahren erheblich
an Bedeutung gewonnen.
Sowohl
Hersteller als auch Anwender evaluieren, inwieweit neue
Softwaretechnologien zur Kostenreduzierung beitragen
können. Daher suchen Systemintegratoren und OEMs
insbesondere nach integrierten Softwarepaketen und nicht
nach Insellösungen. Sie erwarten, dass neben
herkömmlichen Steuerungsapplikationen auch die
Visualisierung mit den gleichen Werkzeugen realisiert
werden können. Darüber hinaus sollen Aufgaben wie
Antriebssteuerung, Kommunikation zwischen verschiedenen
Stationen und die automatische Bereitstellung von
Maschinen- und Prozessdaten für Internet-Applikationen
mit erledigt werden können.
Die
Lösung CIMPLICITY ME
Unter Verwendung moderner Softwaretechnologien
wie COM/DCOM, Active-X und OPC hat GE Fanuc eine
innovative Softwarelösung entwickelt, die die oben
beschriebenen Anforderungen erfüllt. CIMPLICITY ME, die
objektorientierte Steuerungslösung fungiert als Rahmen
und bietet eine Umgebung, in der industrielle Steuerungen
auf PC-Basis, Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) und
Systemverwaltungssoftware nahtlos zusammenarbeiten
können. Die Soft-SPS CIMPLICITY Fusion, die
Visualisierungskomponente CIMPLICITY View und die
optionale Systemverwaltung fxManager™ sind
Beispiele offener Software, die in der CIMPLICITY
ME-Umgebung arbeiten.
Steuerung
der Bandsägen
Die Firma Randek Maskin AB, mit Sitz in
Falkenberg in Schweden, ist einer der führenden
Hersteller von Schneidemaschinen für die Bauindustrie
und hat unlängst für die Steuerung ihrer Bandsägen ein
Soft-SPS-Konzept eingeführt. Randek fertigt und
vertreibt die Sägen weltweit. Wichtig beim Entwurf des
Steuerungssystems war die Netzwerkfähigkeit mit anderen
Fertigungssystemen zwecks Datenaustausch. Die
Hardwarekosten für das Steuerungssystem konnten auf ein
Minimum beschränkt werden. Zudem sollte das System eine
hohe Rechenleistung für rasche Berechnungen bei
laufendem Sägebetrieb bieten.
Die Bandsägen haben vier Achsen, jeweils eine für den
Winkel, die Neigung, die Länge und die Mittellinie des
Sägeblatts. Diese vier Achsen werden von direkt
gestarteten asynchronen Motoren gesteuert, die von einem
Impulskodierer positioniert werden. Die Kalibrierung der
Achsen erfolgt zunächst durch manuelle Bewegung bis zu
den beiden äußeren Endpunkten. Auf diese Weise kann der
Impulskodierer für jede Achse die Positionen zwischen
diesen Endpunkten exakt interpolieren. So hat die
Längsachse zum Beispiel eine Reichweite von 5 m, wobei
eine Million Impulse den verschiedenen Positionen entlang
dieser Achse entsprechen.
Nach der Kalibrierung müssen die Bremswege geprüft
werden, da die Motoren direkt gestartet bzw. gestoppt
werden. Wird zum Beispiel bei einem Bremsweg von 0,7°
eine Winkelstellung von 127° benötigt, muss der Motor
in Vorwärtsbewegung bereits bei 126,3° gestoppt
werden..
Gründe für die Wahl von
CIMPLICITY ME
Es ist oft schwierig, auf einem PC-gestützten System
Berechnungen in Kontaktplan-Format zu schreiben und zu
unterstützen. Randek suchte Hilfe bei GE Fanuc und
wählte CIMPLICITY ME als objektorientierte
Steuerungslösung. In dieser Umgebung arbeitet CIMPLICITY
Fusion als komplette Steuerungslösung auf PC-Basis.
Unter Windows NT kann Soft-Echtzeitverhalten für die
Mehrzahl der Applikationen gewährleistet werden. Die
Soft-SPS bezieht ihre Variablen aus der integrierten
Datenbank und kann gemäß IEC61131-3 mit Kontaktplan
(LD) und Ablaufsprache (SFC) programmiert werden.
Leistungsfähige Diagnosewerkzeuge stehen während
Inbetriebnahme und Produktion zur Verfügung. Änderungen
an der Anwender-Software können Online ohne Anhalten der
Anlage oder Maschine vorgenommen werden.
Randek verwendet Structured Text beim Schreiben der
Berechnungen, die anschließend zur Weiterbearbeitung in
die beim Kunden eingesetzte Sprache übersetzt werden
können, während die Programmierung der
Maschinensteuerung in Kontaktplan erfolgt. Die
Berechnungen lassen sich auf diese Weise besser
nachvollziehen. Tatsächlich wurde die Maschinensteuerung
mit Hilfe eines Flussdiagramms programmiert, das eine
bessere Übersicht bietet und die Fehlersuche
erleichtert. Bei Bedarf werden punktuell
Kontaktplan-Funktionen aufgerufen.
CIMPLICITY View ist eine intuitive
'Drag-and-Drop'-Schnittstelle, mit der Entwickler HMIs in
Rekordzeit erstellen können. Sie lässt sich für
Maschinen und Anlagen jeder Größe skalieren und bietet
eine leistungsfähige Palette an Grafikwerkzeugen,
Alarmen, Trends, Statistiken und Skripten. Mit Hilfe
ihrer animierten Grafiken können Bediener Prozesse
einfach überwachen und steuern.
Zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit des
PC-gestützten Systems fällte Randek eine Reihe von
Grundsatzentscheidungen:
- Grundlage war ein in
das Bedienfeld integrierter Industrie-PC mit
Touchscreen. Zusätzliche Anschlüsse für Maus,
Tastatur oder Disketten-/CD-ROM-Laufwerk sollte
es nicht geben. Dadurch wurde die Integrität
eines bewährten Systems sichergestellt, in das
überdies keine potentiell störenden
Fremdanwendungen vom Bediener eingespielt werden
können.
- Der Einbau einer
hochleistungsfähigen Zählerkarte ermöglicht
Abtastzeiten von 10 ms bei rund 100
Ein-/Ausgängen.
- Die Nutzung von
CIMPLICITY ME hat zudem den Vorteil, dass CIMPLICITY ME in der Lage ist, einen
Systemabsturz von Windows NT aufzufangen, um die
Anwendung intakt zu halten.
Vorteile
von FrameworX für Randek
In der Praxis ergaben sich durch den Einsatz von
FrameworX im wesentlichen folgende Vorteile:
- Maschinensteuerung
und HMI sind integrierte Bestandteile eines
Programms, so dass die Verzögerungen entfallen,
die sich bei separaten Systemen für den
Datenaustausch ergeben würden.
- Es gibt so gut wie
keine Adressierprobleme. Die Adressen haben
sinntragende Namen und CIMPLICITY ME sorgt
durchweg für deren Eindeutigkeit.
- Die Programme lassen
sich auch ohne Anbindung an die SPSen einer neuen
Maschine bereits im Vorfeld auf einem PC testen.
So kann jedes Teilprogramm mit Testdaten geprüft
werden, während die eigentliche Maschine noch
gebaut wird. Das Programm kann so auch vom Kunden
noch vor der Auslieferung des Gesamtsystems
bewertet werden.
Fazit
Schon
heute gibt es ein einheitliches Tool und eine einzige
Schnittstelle, die leicht zu erlernen und bedienen ist.
Mit der neuen objektorientierten Technologie besitzen
Ingenieure jetzt die Möglichkeit noch effizientere
Steuerungslösungen in noch kürzerer Zeit auszuarbeiten.
Die vereinfachte Bedienung und Wartung der Anlage oder
Maschine führt zu reduzierten Betriebskosten und
kürzeren Ausfallzeiten. Das Praxisbeispiel Randek zeigt,
dass kostengünstige und sehr effiziente
Applikationslösungen mit der Software FrameworX erzielt
werden können.
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