Mit offener Kommunikation läuft Sirup-Produktion wie geschmiert
(Bericht erstellt im Juni 2001)

Das Unternehmen Koninklijke De Ruijter hat die Automatisierung seines “Manufacturing Execution” Systems (MES) ausgeweitet. Kern des integrierten Systems ist das Zubereitungsmanagement- System OpenBatch, das mit Soft-SPSen fxControl und der SCADA-Software CIMPLICITY HMI kommuniziert. Die durchgängige Nutzung des offenen Kommunikationsstandards OPC macht das Einbinden der verschiedenen MES-Komponenten ausgesprochen leicht.

Um mit den schnelllebigen Marktentwicklungen Schritt zu halten, hat Koninklijke De Ruijter vor zwei Jahren entschieden, die Produktion zu flexibilisieren. Damit wird das Ziel verfolgt, neue Sirupsorten in kürzerer Zeit auf den Markt bringen zu können. Haupthindernis für diese Flexibilisierung war nicht die Produktionsumgebung selbst, sondern das Automatisierungssystem. Co Henneveld, Konstruktionsleiter bei Koninklijke De Ruijter, erklärt: “Wir beschlossen, das gesamte Prozessmanagementsystem umzustellen. Mit einer genauen Beschreibung unseres Produktionsprozesses unter dem Arm machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Systemintegratoren, der über die notwendige Erfahrung und das Know-how für die Durchführung des gesamten Projekts verfügen sollte - von der Planung und Analyse über die Konstruktion und Umsetzung bis hin zur Personalschulung.”
All diese Anforderungen erfüllte der Systemintegrator Koster in Holland. Die Zusammensetzung einer Sirupmischung tangiert nicht nur den Produktionsprozess, sondern auch logistische und verwaltungstechnische Prozesse innerhalb des Unternehmens. Betroffen sind zum Beispiel die Bestellmengen der Rohstoffe, die Lagermengen oder die Preise der Endprodukte. Um möglichst schnell auf einen neuen Bedarf reagieren zu können, benötigt das Management zeitnahe und präzise Informationen. Deshalb sollte ein effektives Berichtwesen implementiert werden.

Das Manufacturing Execution System MES
Der Systemintegrator Koster hat sich auf die Verknüpfung von Datenquellen innerhalb von Industrieunternehmen spezialisiert, seien es Daten von ERP-Systemen oder von Prozessautomatisierungssystemen (z.B. SCADA). Die Ebene der Automatisierung zwischen ERP- und SCADA-System - die Integration aller Unternehmensdaten und Koordinierung der Aktivitäten in der Produktion - wird als Manufacturing Execution System (MES) bezeichnet.
Laut Aussage von Erik Thus, Geschäftsführer bei Koster, greifen Unternehmen, die solche Systeme (MES) einsetzen, bereits in der Planungsphase auf die Dienste eines Systemintegrators zurück: “Bevor irgendwelche Änderungen an der Systemkonfiguration vorgenommen werden, wollen die Kunden zu Recht über den erwarteten Nutzen informiert werden.” Dies war bei Koninklijke De Ruijter mit Sicherheit der Fall. Der Kunde und der Implementierungspartner führten eine gemeinsame Studie durch, um die funktionalen Spezifikationen für das Projekt festzulegen, unabhängig von der eingesetzten Hardware. Mit anderen Worten, sie legten Vorgaben für eine offene Architektur und Standards fest. Die Hard- und Software selbst wurde fast vollständig von der Firma Benelux Displays geliefert, einschließlich Batch-Software, SCADA-System, Datenbanken, Berichtwesen und “Soft”-Steuerungssoftware, alles in einem MES. Die gesamte Kommunikation zwischen den Softwarekomponenten erfolgt über Ethernet unter Verwendung des OPC-Protokolls für offene Kommunikation.

Zubereitungsmanagement
Den Kern des MES bildet OpenBatch. Dieses Zubereitungsmanagementpaket, das die Anforderungen nach S88 erfüllt, steuert alle Soft-SPSen sowie alle Geräte. Für die Kommunikation zwischen OpenBatch und fxControl, der Soft-SPS-Software von GE Fanuc, haben die Lieferanten zusätzliche Protokolle entwickelt, darunter auch die für die Schnittstellen zwischen fxControl und den SattScale-Wiegesystemen im SattBus. Die SCADA-Software, CIMPLICITY HMI, ermöglicht eine Visualisierung des Prozesses und steuert eine Reihe von Funktionen, die nicht von OpenBatch abgedeckt werden, wie zum Beispiel das Leeren bzw. Füllen gewisser Lagertanks. Das Management-Berichtwesen im MES umfasst ein Datenbankmanagementsystem (SQL-Server), das um Microsoft Access ergänzt wurde und die Erstellung von automatischen Standardberichten oder besonderen technischen Berichten ermöglicht.

Simulation
Die gesamte Konfiguration wurde zunächst vom Systemintegrator vor Ort aufgebaut und bis auf I/O-Ebene zu Testzwecken simuliert. Danach erfolgten die Abnahmeprüfungen der Prozesskomponenten, wobei der normale Produktionsbetrieb nur unwesentlich beeinträchtigt wurde. Das System wurde schließlich installiert und die Bediener bei Koninklijke De Ruijter wurden geschult. Das MES ist mittlerweile voll einsatzbereit und das wichtigste Ziel wurde erreicht:  mehr Flexibilität in der Produktion und ein effektives Berichtwesen.

 
zum Seitenanfang zurück zum Inhaltsverzeichnis