Bei einer Schweizer
Bank geht mit CIMPLICITY HMI die Post ab
(Bericht
erstellt im Oktober 1999) Für
die Überwachung und Steuerung des hauseigenen
Posttransportsystem setzt die Schweizer Bank UBS AG die Prozessvisualisierungs-Software
CIMPLICITY HMI ein.
Vor 25 Jahren startete die
Bank mit einem eigenen Transportbandsystem für die
interne Versendung von Dokumenten bis zu 5 kg. Die Anlage
wurde sukzessiv auf ca. 6 Kilometer Länge erweitert.
Insgesamt sind vier Gebäude durch das Transportsystem
verbunden. Pro Tag werden heute ca. 500 Sendungen in
Kisten verschickt und empfangen. Im Rahmen der
Anlagenmodernisierung, u.a. der Einführung eines
Barcodes, wird das komplette Steuerungs-System
ausgetauscht.
Alte Steuerungstechnik
Bei dem bisherigen Steuerungs-System handelte es sich um
ein konventionelles Elektronik-System mit diskreter
Schaltungstechnik. Pro Funktion gab es eine Leitung, die
in Sammelsignal-Leitungen zusammengefasst waren. Im
Grunde genommen basierte die Anlage auf einem Bus-System,
das modular aufgebaut war. Drei Gründe veranlassten die
Bank, das Steuerungs-System zu modernisieren:
1. Bei auftretenden
Störungen oder gar Ausfällen, konnten die Fehler nicht
genau identifiziert werden. Die Fehlersuche verursachte
einen hohen Zeitaufwand und Stillstandzeiten.
2. Die ungenaue Angabe von
Staumeldungen. Bei Stauungen wurde nur ein vager Bereich
angegeben. Dies erforderte einen erhöhten Zeitaufwand,
um die Stauungen zu beseitigen.
3. Die
Ersatzteilversorgung der alten Anlage war nicht mehr
gesichert.
Neues
Steuerungs-Konzept
Im Rahmen der
Analagenmodernisierung wurde die gesamte
Steuerungstechnik ausgetauscht. Bis heute sind drei
Häuser komplett umgestellt worden. In der
Übergangsphase wird die Anlage durch das alte und das
neue Steuerungs-System gleichzeitig überwacht. Die Daten
des alten Systems werden übersetzt und in das neue
System übernommen. Die Übersetzung erfolgt durch eine
SPS der Series 90-30 mit integrierter CPU 341. Das neue
Konzept wurde von dem System Integrator SWAC konzipiert
und implementiert. Dabei befindet sich in den vier
Gebäuden jeweils ein Leitsystem. Die Leitsysteme
arbeiten mit der Visualisierungs- und Bediener-Software
CIMPLICITY HMI und erhalten die Daten von bis zu 25
Stationen. Im Endausbau werden in der Anlage 90 GE Fanuc
SPSen vom Typ Series 90-30 installiert sein. Die
Steuerungen mit ihren 48 digitalen Eingängen und 24
digitalen Ausgängen sind über den GE Fanuc eigenen
Genius Bus mit Genius Kontrollern verbunden. Insgesamt
werden pro Gebäude Informationen von ca. 650
Datenpunkten erfasst und über das Bussystem
weitergegeben. Jede zentrale Steuereinheit arbeitet für
sich autonom. Allerdings werden bestimmte übergeordnete
Steuersignale, wie Stop, Notaus, Leerfahrtbefehle, etc.
an die drei weiteren Leitsysteme weitergegeben. Die
Weitergabe der Daten erfolgt über Ethernet.
Kontrollierte
Postversendung
Die Versandkisten besitzen einen Barcode zur
Identifikation sowie ein Adressfeld zum eingeben des
entsprechenden Zielortes. An über 100 Prüfstellen wird
durch einen Barcodeleser der Code der Kiste eingelesen
und die Informationen weitergegeben. Die Software
CIMPLICITY HMI verarbeitet diese Informationen, so dass der Bediener in der Leitzentrale den Versandweg exakt
verfolgen kann. Wird eine definierte Zeit zwischen zwei
Lesegeräten überschritten, löst die Anlage automatisch
Alarm aus. Die Lesegeräte, die Getriebemotoren, die
Weichen und der Einstellbereich für die Versandkisten
werden durch das Steuerungs-System kontrolliert. Bei
fehlerhaften Verhalten, wie z.B. der Verschmutzung des
Lesegerätes erhält der Bediener ebenfalls eine
Alarmmeldung. Der Versand an sich ist vollkommen
automatisiert. Das Adressfeld an der Versandkiste wird
innerhalb von 20 Millisekunden an jeder Weiche
eingelesen. Entsprechend des Zielortes stellt sich die
Weiche automatisch ein. Um den notwendigen
Sicherheitsabstand von 5m = 5Sek. zu gewährleisten, wird
der Kistenabstand an jeder Weiche überwacht und
gesteuert. Darüber hinaus werden sämtliche Sendungen
protokolliert (Behälter, Datum, Uhrzeit und
Streckenverlauf) und als Access File abgelegt.
Erfahrungen und Erfolge
Martin Kämpfer, Projektingenieur bei der Bank
kommentiert den Einsatz der neuen Steuerungstechnik wie
folgt, "CIMPLICITY HMI ist eine benutzerfreundliche
Software. Mit dem Grafik Editor war und ist das Erstellen
von Screens kinderleicht. Im Gegensatz zu früher können
wir sämtliche Sendungen ganz einfach überwachen."
Die vereinfachte Wartung der Anlage spiegelt sich auch in
den Stillstandzeiten wider. So konnten diese um mehr als
die Hälfte verringert werden.
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