Steirerobst 2000:
Mit Cimplicity in die Zukunft
Neues
EDV-Konzept mit redundanten NT-Servern erhöht
Produktivität
(Bericht
erstellt im August 1999) Gewaltige Mengen an Obst werden
täglich bei Steirerobst im Werk Gleisdorf zu
Konzentraten und Fruchtzubereitungen für Kunden in der
ganzen Welt verarbeitet. Hauptabnehmer der Steirerobst
sind Molkereien und Fruchtsafterzeuger. Die hygienische
und qualitativ hochwertige Verarbeitung von bis zu 1.000
Tonnen Obst pro Tag erfordert eine ausgeklügelte
Logistik und weitgehende Automatisierung des
Produktionsprozesses. Mit dem beeindruckenden
Investitionsprojekt "Steirerobst 2000" legte
das Unternehmen 1997 den Grundstein für den Ausbau
seiner Marktposition im nächsten Jahrtausend. Dabei
werden für die Visualisierung und Überwachung der
Prozesse Hard- und Softwareprodukte von GE Fanuc (ÖV:
T&G) eingesetzt.
Die 1958 gegründete
Steirerobst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
1990 ging das Unternehmen an die Börse und startete 1997
das zukunftsweisende Investitionsprojekt
"Steirerobst 2000". Im selben Jahr wurde mit
einem Konzentratwerk in der Ukraine ein Joint-Venture
eingegangen und 1998 erwarb die Steirerobst ein
Konzentratwerk in Ungarn. Im Werk Gleisdorf sind derzeit
190 Mitarbeiter beschäftigt, die im letzten
Geschäftsjahr einen Umsatz von 816 Mio. Schilling
erwirtschafteten.
Wurde ursprünglich eine
breite Produktpalette erzeugt, so focusierte man sich
gegen Ende der 80-er Jahre auf die beiden
Kerngeschäftsfelder Fruchtsaftkonzentrat und
Fruchtzubereitungen. In der heute strategischen Sparte
Fruchtzubereitungen konnte Steirerobst als nationaler
Marktleader, mit Exporteinstieg 1988 die Exportmärkte
kontinuierlich ausbauen. Der EWR-Beitritt Österreichs
brachte einen weiteren Schub in der Exportentwicklung und
Steirerobst spielt heute vorne in der
"Europaliga" mit.
Die in der hauseigenen
F+E(R+D)-Abteilung kundenspezifisch entwickelten
Fruchtzubereitungen für Eis, Yoghurt und andere
Milchmischprodukte werden in eigens entwickelten,
aseptischen Druckcontainern an Weiterverarbeiter, das
sind Molkerein und Eiserzeuger in Europa von Stockholm
bis Moskau geliefert. Der Exportanteil am Umsatz der
Steirerobst AG beträgt 84%.
Das beeindruckende
Wachstum der Steirerobst lässt sich an den verarbeiteten
Mengen an Obst für die Fruchtzubereitung ablesen: Waren
es 1991 nur 5.000 Tonnen, so sind es derzeit rund 30.000
Tonnen die pro Jahr erzeugt werden. Für 2001 ist eine
Erzeugungskapazität von 40.000 Jahrestonnen geplant.
Diese gewaltige Steigerung wird vor allem durch das
Projekt "Steirerobst 2000" ermöglicht, welches
die komplette Erneuerung der Produktionsanlage vorsieht,
deren Um- und Ausbau im kommenden Jahr abgeschlossen sein
wird.
EDV-Netzwerk der
Extraklasse
Natürlich
stützt man sich bei Steirerobst schon seit vielen Jahren
auf die EDV, wobei als Hauptrechner bisher immer
IBM-Maschinen eingesetzt wurden. Seit 1995 wird die EDV
großzügig umgebaut und in den letzten Jahren wurde auch
eine eigene EDV-Abteilung aufgebaut. 1997 wurde ein
komplett neues Ethernet-Netzwerk mit 100 Mbit/s
Übertragungsgeschwindigkeit geschaffen. Die vier
EDV-Bereiche "Produktion-Konzentrat",
"Produktion-Fruchtzubereitung",
"Labor" und "Verwaltung" sind über
Lichtwellenleiter verbunden, innerhalb dieser Cluster
wird Kat. 5 Verkabelung verwendet. Als Zentralrechner
dient jetzt eine IBM AS400, wo alle Prozess- und
Labordaten und die gesamte Administration verwaltet und
gespeichert werden. Insgesamt gibt es derzeit 70
Arbeitsstationen inkl. der Visualisierungsstationen,
sechs NT-Server und zwei AS 400. Auf allen PCs im
Netzwerk läuft eine Terminal-Emulation, um direkt auf
die AS 400 zugreifen zu können.
Die Prozesssteuerung erfolgt über Speicherprogrammierbare Steuerungen der
Serie 90-30 von GE Fanuc, die im Prinzip genauso wie
jeder andere PC am Netzwerk hängen. Für die
Prozess-Steuerung und -Überwachung wurde ein eigener
redundanter NT-Cluster aufgebaut, wo zwei NT-Server und
ein externes Platten-Array im Netz hängen (siehe Bild
"Netzwerk Fruchtkonzentrat-Produktion"). Die Prozessvisualisierung
erfolgt mit CIMPLICITY HMI von GE
Fanuc.
EDV-Verantwortlicher
Christian Stuppan: "Hier haben wir keine Kosten und
Mühen gescheut, um eine ausfallsichere Lösung zu
schaffen. In diesem NT-Cluster werden alle Daten von den
SPS gesammelt und dann an die AS 400 weitergeleitet. Auch
Cimplicitiy HMI läuft auf diesen NT-Servern. Die mit dem
reduntanten NT-Cluster erzielte Ausfallsicherheit
beträgt 99,95 Prozent."
Die Produktion läuft rund
um die Uhr in drei Schichten und daher darf die
Produktionssteuerung einfach nicht ausfallen. Aus diesem
Grund lohnt sich der relativ hohe Aufwand für diesen
NT-Cluster.
Die Zusammenführung und
optimale Integration von Prozessdaten, Visualisierung,
Datenbank, reduntantem Server und Ethernet-Netzwerk war
für alle Beteiligten eine große Herausforderung und in
dieser Komplexität Neuland in Österreich. Die
Erfahrungen der letzten Monate zeigen, dass diese
Herausforderung bravourös gemeistert wurde und die
Anlage zur Zufriedenheit aller Beteiligten läuft.
Prozesskontrolle mit GE
Fanuc Tools
CIMPLICITY wird in der Produktion für die
Visualisierung der Pasteurisationsprozesse und der
Trester-Trocknung (Trester = feste Reste vom Pressen) und
im Versorgungsbereich für die Überwachung der
Wasseraufbereitung, der Energieerzeugung und der
Abwasserreinigung (eigene Kläranlage) eingesetzt.
Im Rahmen des Projekts
Steirerobst 2000 wurde in den letzten Monaten eine
Doppelkochanlage für die Erhöhung der Kapazitäten
installiert und die Prozessvisualisierung mit CIMPLICITY
sofort an der neuen Anlage eingesetzt.
Christian Stuppan:
"Obwohl wir bisher noch nicht alle Möglichkeiten
des neuen Systems ausschöpfen konnten, haben wir sofort
einige große Vorteile registriert. Vor allem ist die
Bedienung und Programmierung wesentlich einfacher als bei
den bisherigen Systemen. Wir arbeiten mit der bekannten
und bequemen Windows-Oberfläche. Die Prozesse sind so
lebensecht dargestellt und werden über den
Touch-Screen direkt bedient bzw. abgefragt. Kurz: Durch
die hervorragende Visualisierung können wir wirklich
alle Daten nutzen, die das System generiert, um daraus
letztendlich auch Einsparungen und Verbesserungen zu
erreichen."
Vorteile von CIMPLICITY
Vorteile von CIMPLICITY gegenüber früheren
Visualisierungslösungen sind vor allem:
die Darstellung des Prozesses ist
nicht nur auf einem, sondern auf allen
Bildschirmen möglich. Fällt ein Bildschirm vor
Ort aus, kann sofort am nächstliegenden
weitergearbeitet werden
- von einer zentralen
Stelle (z.B. dem Schichtleiter) kann jeder
einzelne Prozess abgerufen und überwacht werden
- alle Daten, die von
den SPSen kommen, können auf die AS 400
weitergeleitet werden, wobei die Auswahl und
Programmierung überaus einfach und flexibel
durchzuführen ist
- die Möglichkeit der
einfachen Programmierung spart (Fremd-)Kosten und
erhöht die Flexibilität enorm
- Alarmmeldungen und
Warnungen werden an vordefinierte Benutzer
weitergeleitet und diese können sofort reagieren
- alle Vorgänge sind
wesentlich transparenter
- lückenlose Prozessnachverfolgung ist möglich (z.B. bei
speziellen Kundenanforderungen)
- die genaue
Chargendokumentation ist Grundlage für
verbesserte Kostenrechnung und
Qualitätssicherung. Jeder einzelne Prozessschritt kann genau den zugehörigen
Kostenstellen zugeordnet werden.
Christian Stuppan:
"Auch wir von der EDV-Abteilung, die nicht so tief
in das Prozessgeschehen eingebunden sind, erkennen jetzt
viel rascher und deutlicher wo und warum es Probleme
gibt."
Fazit des
EDV-Verantwortlichen: "Grundsätzlich war die
Entscheidung für CIMPLICITY sicher richtig. Wir wollten
ein anerkanntes Standardpaket. Mit CIMPLICITY haben wir
ein von Microsoft zertifiziertes Produkt, das sich
problemlos in unsere neue EDV-Umgebung einpasst.
Außerdem ist die Bedienung und Programmierung so
einfach, dass wir praktisch alles selbst einstellen
können und unabhängig von Fremdfirmen sind."
In der Produktion wird
derzeit die automatische Prozessteuerung inkl.
Visualisierung nur im Fruchtzubereitungs-Bereich
eingesetzt. Im Bereich Fruchtkonzentrate steht der
nächste Automatisierungsschritt noch bevor. EDV-Leiter
Stuppan: "Wenn wir die vorhandenen Einsatzbereiche
wirklich voll im Griff haben, werden wir Schritt für
Schritt CIMPLICITY im ganzen Unternehmen einsetzen.
Natürlich nur dort, wo sich der Aufwand wirklich
lohnt."
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